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Spin-Offs COSEDA Tech­no­logies und Biconex als Unter­nehmen gestartet

Dresden hat eine hohe Dichte an außer­uni­ver­si­tären For­schungs­ein­rich­tungen und bietet viel Potenzial für Aus­grün­dungen. Doch der Prozess von den For­schungs­er­geb­nissen bis zur eigent­lichen Gründung ist oft sehr lang­wierig und komplex. Viele Pro­jekte begleiten wir über mehrere Jahre, ehe sie reif für den Markt sind. Wir freuen uns daher umso mehr, dass im Juli gleich zwei Spin-Offs, die wir auf ihrem Weg unter­stützt haben, als Unter­nehmen starten: COSEDA Tech­no­logies bietet eine Software an, mit der Unter­nehmen kom­plexe Elek­tronik­pro­dukte sicherer, schneller und damit kos­ten­güns­tiger ent­wi­ckeln können. Das Grün­derteam aus dem Fraun­hofer IIS/EAS bringt Know-how aus 15 Jahren Koope­ration mit der Halb­lei­ter­industrie mit und will auch künftig eng mit dem Institut zusam­men­ar­beiten. Die zweite Aus­gründung ist Biconex  aus dem Helm­holtz-Zentrum Dresden-Ros­sendorf (HZDR). Das Unter­nehmen hat ein umwelt­ver­träg­liches Beschich­tungs­ver­fahren für Kunst­stoff­ober­flächen ent­wi­ckelt. Davon pro­fi­tiert vor allem die Kunst­stoff­gal­vanik-Industrie, die zum Bei­spiel Tür­griffe für Autos herstellt.

COSEDA – Ent­wick­lungs­software für hoch­mo­derne Elektronikkomponenten

Das Anfer­tigen von Masken für die Fer­tigung von Mikro­chips kostet zum Teil Mil­lionen. Deshalb muss das Ergebnis gleich beim ersten Mal stimmen. Neue Tech­no­logien in der Chip­her­stellung ermög­lichen immer mehr Funk­tio­na­li­täten auf kleinstem Raum, bieten somit aber auch viele Feh­ler­quellen. An diesem Punkt setzt die COSEDA Tech­no­logies GmbH an: Mit der Ent­wurfs­plattform COSIDE®, die das Team am Fraun­hofer IIS/EAS ent­wi­ckelt hat, lassen sich die spä­teren Pro­dukte bereits vor ihrer Fer­tigung vir­tuell über­prüfen. Im Unter­schied zu Stan­dar­d­an­ge­boten basiert die Plattform auf einem besonders großen Funk­ti­ons­umfang für tech­nische Systeme, die aus ana­logen und digi­talen Kom­po­nenten, Hardware und Software bestehen. Am größten Mikro­elek­tronik­standort in Europa ange­siedelt und mit einer engen Anbindung an das For­schungs­umfeld haben die Gründer Karsten Einwich, Thomas Hartung, Thomas Arndt und Dominic Scharfe dabei eine gute Ausgangssituation.

 

Das Gründerteam der COSEDA Technologies GmbH (v.l.): Thomas Arndt, Thomas Hartung, Karsten Einwich, Dominic Scharfe (Foto: Toni Kretschmer/newpic.eu
Das Grün­derteam der COSEDA Tech­no­logies GmbH (v.l.): Thomas Arndt, Thomas Hartung, Karsten Einwich, Dominic Scharfe (Foto: Toni Kretschmer/newpic.eu

Auf ihrem Weg zur Unter­neh­mens­gründung hat das Team von vielen Seiten Unter­stützung erfahren: So konnte es im Rahmen der Bun­des­för­derung EXIST-For­schungs­transfer und des Pro­gramms „Fraun­hofer fördert Exis­tenz­gründung“ das Produkt zur Markt­reife ent­wi­ckeln. Bei der Bean­tragung der Mittel und der Erstellung des Busi­ness­plans haben wir das Team breit unter­stützt und u.a. gemeinsam ein trag­fä­higes Geschäfts- und Lizenz­modell aus­ge­ar­beitet. Im Busi­ness­plan­se­minar des Lehr­stuhls für Entre­pre­neurship und Inno­vation der TU Dresden haben sich zudem Stu­denten mit zen­tralen Fra­ge­stel­lungen des Busi­ness­plans beschäftigt. Mit den Semi­nar­an­ge­boten von dresden|exists hatten die Gründer  die Gele­genheit sich Wissen zu Themen wie Steuern- und Buch­haltung oder Ver­trieb anzueignen.

Biconex – Umwelt­ver­träg­liche Beschich­tungs­tech­no­logie für Kunststoffbauteile

Die Ver­edelung von Kunst­stoff­bau­teilen hat mehrere Vor­teile: Der Kunst­stoffkern ermög­licht ein gerin­geres Gewicht und ist viel­seitig in der Form­gebung. Durch die Metall­schicht wird das Bauteil auf­ge­wertet und gleich­zeitig werden metal­lische Roh­stoffe sparsam und gezielt ein­ge­setzt. Im bisher üblichen Beschich­tungs­prozess wird die Kunst­stoff­ober­fläche mit Chrom­schwe­fel­säure auf­geraut, damit sich das Metall fest im Kunst­stoff ver­ankern kann. Die neue Tech­no­logie der Biconex GmbH erzielt genau den gleichen Effekt, kommt aber völlig ohne die schäd­liche Che­mi­kalie aus. Das Ver­fahren basiert statt­dessen auf umwelt­ver­träg­lichen Pro­dukten und kann pro­blemlos in die derzeit ange­wen­deten Beschich­tungs­pro­zesse inte­griert werden.

 

Am Rasterkraftmikroskop untersucht Biotechnologe Dr. Tobias Günther die Mikrostruktur von Kunststoffoberflächen. (Foto: KfW/Toelle)
Am Ras­ter­kraft­mi­kroskop unter­sucht Bio­tech­nologe Dr. Tobias Günther die Mikro­struktur von Kunst­stoff­ober­flächen. (Foto: KfW/Toelle)

Ent­wi­ckelt haben die neue Tech­no­logie die Biconex-Gesell­schafter Dr. Jürgen Hofinger, Dr. Tobias und Steffen Roos im Rahmen ihrer Tätigkeit am HZDR. Zwei Jahre nach ihrem Sieg beim futureSAX Ideen­wett­bewerb (hier noch unter dem Pro­jekt­namen „BioBASE“) arbeitet das Team nun gemeinsam mit dem HZDR daran, das neue Ver­fahren in die indus­trielle Praxis zu bringen. Auch das Biconex-Team wurde von uns von Anfang an begleitet und unter anderem bei der Ent­wicklung des Geschäfts­mo­dells, der Erstellung des Business Plans und bei der erfolg­reichen Bean­tragung von ver­schie­denen För­der­instru­menten unter­stützt. So konnte das Team mit Hilfe des BMWi-Pro­gramms EXIST-For­schungs­transfer und des Helm­holtz Enter­prise Fonds das Ver­fahren zur Ein­satz­reife weiterentwickeln.

 

Sie arbeiten in einem For­schungs­projekt an einer Erfindung oder Tech­no­logie? dresden|exists unter­stützt Wis­sen­schaftler bei der Ideen­be­wertung sowie bei Ver­wer­tungs­vor­haben und zeigt Mög­lich­keiten auf, das Ideen­po­tential im Rahmen einer Unter­neh­mens­gründung umzu­setzen. Sie haben noch Fragen? Ver­ein­baren sie doch einen Termin zur Erst­be­ratung!

 

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