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Grün­der­treff on Tour mit Paulsberg & Car­boLife: In Szene gesetzt!

Lars Schmieder (l.) und Paul Offermann (r.) von Paulsberg reden mit Mirko Filler (Mitte) von CarboLife über ihre Kooperationen.
Lars Schmieder (l.) und Mark Offermann (r.) von Paulsberg stellen mit Mirko Filler (Mitte) von Car­boLife ihre Koope­ra­tionen vor (Foto: dresden|exists)

Reha-Pro­dukte und Beton – Wenn man an diese Begriffe denkt, dann kommen einem sofort die Eigen­schaften „prak­tisch, grau, stabil und starr“ in den Sinn. Das stimmt zwar, jedoch haben es sich zwei Unter­nehmen aus Dresden zur Aufgabe gemacht, dass mit diesen Begriffen in Zukunft auch „Eleganz, Ästhetik und Design“ ver­bunden werden. Denn Beton kann mehr sein als nur ein Bau­stoff, und ein Roll­stuhl ist mehr als nur ein Reha-Produkt. Auf dem mitt­ler­weile fünften Grün­der­treff on Tour berich­teten uns Lars Schmieder und Mark Offermann vom Design­studio Paulsberg und Mirko Filler von Car­boLife über ihre Unter­neh­mens­starts, die Wich­tigkeit von Mar­keting, die Zusam­men­arbeit ihrer Unter­nehmen und über die Her­aus­for­de­rungen, denen sie sich immer wieder stellen müssen.

Beton ist nicht genug!

Was kann Gestaltung leisten? Wozu braucht man Design? Diese Fragen stellten sich die Gründer von Paulsberg und ent­warfen aus Tex­til­beton ihre eigene Möbel­kol­lektion. Die Möbel sind leicht, gleich­zeitig sehr stabil und ver­einen so Nütz­lichkeit und Design. Doch Beton war den Gründern nicht genug. Mit ihren Ideen wollten sie neue Märkte erschließen und Inno­va­tionen erlebbar machen. Aus dem Vor­haben ent­wi­ckelten sich die zwei Stand­beine des Dresdner Start-ups: Zum einen betreiben sie ihre Pro­dukt­linie Paulsberg, in der sie Kol­lek­tionen für ihren Online-Shop ent­werfen. Von Tischen und Stühlen bis hin zu Ketten und Ohr­ringen bietet das Unter­nehmen eine breite Pro­dukt­pa­lette. Noch bestehen alle Objekte aus Beton, jedoch expe­ri­men­tieren die Gründer schon mit anderen Materialien.

Dein Tag mit CarboLife

Das zweite Standbein ist die „Agentur Paulsberg“, die als Dienst­leister kom­plexe Inhalte visua­li­siert und Mate­rialien, Pro­dukte und Marken insze­niert. In einer solchen Koope­ration ist auch die Kam­pagne „Dein Tag mit Car­boLife“ ent­standen. Ob beim Schwimmen oder beim Treffen mit Freunden, die Kam­pagne zeigt in emo­ti­ons­ge­la­denen Bildern den Tages­ablauf eines aktiven Roll­stuhl­fahrers mit den Pro­dukten von Car­boLife. Diese Pro­dukte sind nicht nur funk­tional, sondern ästhe­tisch anspre­chend und machen den Roll­stuhl somit zu einem hoch­wer­tigen Designstück.

Begonnen hatte alles mit Roll­stuhl-Sei­ten­teilen aus Carbon, die inzwi­schen zum Stan­dard­sor­timent von Car­boLife gehören. Das Besondere an den Sei­ten­teilen ist, dass sie neben dem schönen Design von den Sani­täts­häusern indi­vi­duell zuge­schnitten werden können. Das Prinzip des „Roh­lings“ ist eine Markt­lücke, die Mirko Filler zusammen mit seinen Kol­legen auf­deckte. Das bestä­tigten ihm vor allem die Roll­stuhl­her­steller und Roll­stuhl­fahrer auf ver­schie­denen Reha-Messen. Die nächste Inno­vation, die schließlich für den Durch­bruch sorgte, war der Greif­reifen, der sich durch seine ergo­no­mische Form der Hand anpasst und somit auch Sekun­dä­r­er­kran­kungen, wie dem Kar­pal­tun­nel­syndrom vor­beugen kann. Spä­testens hier wurden alle Roll­stuhl­her­steller auf Car­boLife auf­merksam. Seitdem ist es nicht unge­wöhnlich, dass sich Her­steller mit bestimmten Pro­blemen direkt an Car­boLife wenden und nach Lösungs­vor­schlägen fragen.

Tipps, Tricks und gute Ratschläge

Dass das Gründen aber nicht nur aus Erfolgen besteht, musste Mirko Filler aus eigenen Erfah­rungen lernen. Hier sind seine wich­tigsten Tipps für ange­hende Gründer und junge Unter­nehmer zusammengefasst:

  • Viele Busi­ness­pläne sind  zu opti­mis­tisch for­mu­liert. Erstelle daher eine „worst-case“-Variante. Bist Du immer noch von Deiner Grün­dungsidee über­zeugt? Dann solltest Du den nächsten Tipp befolgen:
  • Denk nicht zu viel über Pro­bleme nach, manchmal sollte man es einfach machen!
  • Hab immer einen Plan B in der Tasche und setze Dir Etappenziele!
  • Verlier nicht den Über­blick! Sowohl Car­boLife als auch Paulsberg aktua­li­sieren monatlich ihre Pla­nungen und prüfen ihre Liquidität.
  • Auch wenn es schwer­fällt: Es gehört zum Gründen dazu, Auf­gaben abzu­geben. Bevor man sich stun­denlang in spe­zielle Themen ein­liest, sollte man nach­denken, wie viel einem die eigene Arbeits­stunde wert ist und wie man seine Prio­ri­täten setzten möchte. Es findet sich sicher jemand, der gewisse Themen besser und schneller erle­digen kann.

„Inno­va­tionen erlebbar machen“

Doch die beste Idee ist nicht erfolg­reich, wenn poten­zielle Kunden und Finanz­geber nicht von ihr erfahren oder sich nichts dar­unter vor­stellen können. Daher ist es gerade für kleinere oder junge Unter­nehmen sinnvoll, sich früh über das richtige Mar­keting für das eigene Unter­nehmen Gedanken zu machen. Wie man seine Grün­dungsidee am besten prä­sen­tiert und worauf man beim Mar­keting achten muss, erläu­terte Mark Offermann von Paulsberg:

  • Besonders wichtig ist die emo­tionale End­kun­den­an­sprache, denn hier ent­steht die Nach­frage. Damit das Unter­nehmen anschließend nicht in Ver­ges­senheit gerät, braucht es außerdem einen starken Markenauftritt.
  • Oftmals können sich Finanz­geber, poten­zielle Partner und Kunden nichts unter der Grün­dungsidee vor­stellen. Wenn es sich hierbei um ein bestimmtes Material handelt, kann es jedoch erlebbar gemacht werden. Das steigert das Ver­ständnis für die Idee und erhöht die Nachfrage.
  • Zu einem guten Mar­keting gehört die Image­pflege. Vor­ur­teile gegenüber einem Material, wie zum Bei­spiel Beton, müssen erkannt und über­wunden werden. Am ein­fachsten gelingt dies, indem man die Eigen­schaften des Stoffes mög­lichst anspre­chend visua­li­siert. Die Eigen­schaften einer inno­va­tiven Metall­faser lassen sich bspw. gut dar­stellen, indem man sie in einen Sessel verbaut. So kann der Kunde den Nutzen und Ver­wen­dungs­mög­lich­keiten des Mate­rials erkennen.
  • Jeder Unter­nehmer muss selbst die Initiative ergreifen und dafür sorgen, dass man wahr­ge­nommen wird. Lars Schmieder gibt daher allen Gründern den Tipp, selbst Kunden und poten­zielle Partner z.B. auf Messen direkt anzusprechen.

Zwi­schen allen Erfolgen, Her­aus­for­de­rungen und Rat­schlägen bringt es jedoch Mirko Filler auf den Punkt: „Am Ende muss jeder Gründer seinen eigenen Weg finden. Eine Uni­ver­sal­lösung gibt es nicht, denn jeder hat eine andere Moti­vation, die ihn antreibt.“

Wir freuen uns, dass wir zu Gast sein durften und wün­schen Paulsberg und Car­boLife wei­terhin viel Erfolg!

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