Veröffentlicht am

Grün­der­por­trait #14: moneytubes – grün­deten nach dem 5‑Euro-Business-Wett­bewerb

Der nächste 5‑Euro-Business-Wett­bewerb start schon an diesem Don­nerstag um 18:30 Uhr im Festsaal der Fakultät Wirtschafts­wissenschaften im Hülsse-Bau, Nord­flügel in der 3. Etage.  Meldet Euch dazu gern hier an!

Neben der Mög­lichkeit, einmal die unter­neh­me­rische Selbst­stän­digkeit in 6 Wochen selbst zu erfahren, unter­neh­me­ri­sches Wissen zu erlangen, Soft-Skills zu trai­nieren, nette Leute ken­nen­zu­lernen und inter­es­sante Preise zu gewinnen gibt es auch die Mög­lichkeit, eine AQUA oder Studium Generale-Schein zu erwerben.

2006 nahmen Andreas Bauer und maik Queisser am Wett­bewerb teil­ge­nommen, gewonnen und gegründet. Sie sind heute noch selbst­ständig und Ihre moneytubes inzwi­schen über die Grenzen Dresdens hinaus bekannt.

Was sich seit der Teil­nahme von Andreas Bauer und seinen Freunden alles getan hat, erfahrt ihr hier im Interview mit ihm.

Was ist der Inhalt eurer Selbständigkeit?

Wir pro­du­zieren und ver­treiben Acces­soires aus Fahr­rad­schläuchen. In unserem Sor­timent gibt es viele ver­schiedene Sachen ange­fangen von der kleinen Geld­börse für Fes­tivals bis hin zu Schlipsen. Wir stellen alle Pro­dukte alleine in Hand­arbeit her. Unsere Kunden kommen vor allem aus Deutschland, Öster­reich und aus der Schweiz.

Wie und wann kam euch die Idee zur Gründung?

Ich haben im Oktober 2006 mit einem Freund und dessen Kumpel am 5€-Businesswettbewerb von Dresden exists teil­ge­nommen. Am Anfang hatten wir eine vage Vor­stellung von unserer ersten Geschäftsidee, die sich dann auch als untauglich erwies. Während eines Theo­rieblocks über Mar­keting habe ich gegrübelt, was ich so alles zu Hause rum­liegen habe, und was man daraus machen könnte. Schließlich kam ich auf die Fahr­rad­schläuche und innerhalb der nächsten halben Stunden ent­stand der Grob­entwurf unseres Pro­dukts, sowie Logo und Wer­be­slogan. Wir haben dann bei Freunden alte Fahr­rad­schläuche gesammelt und die 5€ in Druck­knöpfe investiert.

Wann habt ihr die Ent­scheidung zur Gründung getroffen?

Als der 5€-Businesswettbewerb sich dem Ende näherte, haben wir ange­fangen darüber nach­zu­denken, ob wir nicht einfach weiter machen sollten, anstatt unsere bis­he­rigen Erfolge einfach zu begraben. Wir waren damals zu dritt und haben moneytubes dann im Juni 2007 offi­ziell gegründet. Beim 5€-Business hatten wir für unseren zweiten Platz ein Büro für das erste halbe Jahr gewonnen, wo wir dann nahtlos weiter machen konnten.

Was waren die drei größten Her­aus­for­de­rungen auf dem Weg in die Selbstständigkeit?

moneytubes Geld­börse (Quelle: moneytubes)

Unsere Pro­dukte sind zwar recht einfach, aber trotzdem bestand am Anfang die größte Schwie­rigkeit darin, die Geld­börsen qua­li­tativ so her­zu­stellen, wie wir es uns vor­ge­stellt hatten. Die Mehr­fach­be­lastung, die durch Studium, Leben und die Arbeit ent­standen ist, ist nicht leicht zu bewäl­tigen und war oft einfach zu viel. Ich habe mich dann dazu ent­schlossen, das Studium zu unter­brechen. Durch die intensive Zusam­men­arbeit im Start-Up, sind wir auch menschlich an Grenzen gestoßen. Wir waren oft nicht einer Meinung, und auch die Risi­ko­be­reit­schaft war unter­schiedlich hoch. Da war einfach mehr Kom­pro­miss­be­reit­schaft gefragt, als wir alle auf­bringen konnten und wollten. Schluss­endlich sind meine zwei Mit­gründer aus­ge­stiegen und Maik, ein alter Freund, ist 2009 dazu gestoßen.

Worauf seid ihr besonders stolz? Was sind eure bis­he­rigen Erfolge?

Am Anfang wurde uns eine große mediale Auf­merk­samkeit zu teil. Wir waren mit Artikeln in der regio­nalen und über­re­gio­nalen Presse, in Bike-Zeit­schriften und sogar dem Luft­hansa Magazin ver­treten. Aber besonders stolz bin ich darauf, dass wir immer noch exis­tieren und mit einer neuen, bis dahin ein­zig­ar­tigen Idee bestehen konnten. Außerdem sind wir dabei immer unseren Grund­sätzen treu geblieben und ver­wenden für unsere Pro­dukte nur Teile, die in Deutschland pro­du­ziert wurden.

Gab es Tage, an denen ihr nicht wusstet, wie es weiter gehen soll? Wie seid ihr damit umgegangen?

Es gab immer eine recht große Unsi­cherheit. Wir haben oft nach­ge­dacht, wie es weiter gehen soll und die Ent­scheidung fiel uns schwer, ob wir erst mal eine Pause ein legen sollten nach den ersten Monaten oder wie das Studium in die ganze Ver­ant­wortung und Arbeit mit dem Start-Up inte­griert wird. Da sinkt auch schon mal die Moti­vation. Aber mein per­sön­liche Ein­stellung war es immer weiter voran zu kommen und moneytubes wei­ter­zu­bringen. Oft geschah in ziem­lichen Tief­phasen etwas sehr posi­tives, wie ein neuer grö­ßerer Auftrag oder es wurde ein Artikel über uns ver­öf­fent­licht. Wenn man immer dran bleibt und sich über­windet weiter zu machen, dann kann man alle Schwie­rig­keiten über­winden.

Würdest du wieder gründen? Welche Erfah­rungen würdest du an Men­schen wei­ter­geben wollen, die jetzt vor der Ent­scheidung zur Gründung stehen?

Ich würde wieder gründen, ich wollte immer mein eigener Chef sein. Aller­dings würde ich es viel­leicht ruhiger angehen lassen und die Gründung zeitlich vom Studium trennen. Ich hab auch fest­ge­stellt, dass es wichtig ist vor der Gründung die Erwar­tungen von allen Betei­ligten aus­zu­tau­schen und sich auf eine gemeinsame Phi­lo­sophie für das Unter­nehmen zu einigen. Jeder der die Selbst­stän­digkeit wählt, sollte eine gewisse Risi­ko­be­reit­schaft mit­bringen, sonst herrscht Still­stand. Außerdem sollte man mit seinem Produkt fle­xibel und kreativ umgehen, offen sein und alles aus meh­reren Per­spek­tiven betrachten.

Welche Visionen habt ihr? Wo seht ihr euch in 5 Jahren?

Fünf Jahre ist eine lange Zeit. So weit in die Zukunft planen wir noch gar nicht. Momentan befinden wir uns in einer Art kleiner Umbruch­phase und wollen neue Pro­dukte aus­pro­bieren und ver­stärkt mit anderen Labels zusammen arbeiten. Außerdem wollen wir ver­suchen unser Sor­timent in der Mer­chandise Sparte zu posi­tio­nieren. Unsere Köpfe sind voller Ideen, wer weiß was sich in fünf Jahren alles tut.

Wer sich über aktuelle Ent­wick­lungen infor­mieren möchte, kann dies im unter­neh­mens­ei­genen Blog tun.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

↑ Nach oben