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Der neue Grün­der­wett­bewerb – Digitale Inno­va­tionen ist gestartet! Das müsst Ihr dazu wissen.

Der Grün­der­wett­bewerb Digitale Inno­va­tionen des Bun­des­mi­nis­te­riums für Wirt­schaft und Energie (BMWi) ist am 1. Juli 2016 in die erste Wett­be­werbs­runde gestartet. Gründer aus dem IKT-Bereich können sich bis zum 30. Sep­tember 2016 mit ihren inno­va­tiven Ideen bewerben. Bis zu sechs Start-ups werden mit Preis­geldern von 32.000 Euro und bis zu 15 weitere Grün­dungs­ideen mit jeweils 7.000 Euro aus­ge­zeichnet. Zudem werden 2016 zwei Son­der­preise für Big Data und Digitale Bildung ver­geben. Damit will das BMWi an den erfolg­reichen Vor­gänger Grün­der­wett­bewerb “IKT inno­vativ” anknüpfen und IKT-Grün­dungen früh­zeitig unter­stützen. Peter Gabriel ist Ansprech­partner für die Wett­be­werbs­teil­nehmer beim VDE/VDI und begut­achtet regel­mäßig Software- und IKT-Start-ups. Wir haben mit ihm drüber gesprochen, was sich ändert, was man beachten sollte und warum sich eine Teil­nahme lohnt.

 

Herr Gabriel, der Grün­der­wett­bewerb Digitale Inno­va­tionen startete am 1. Juli 2016 in die erste Runde. Was ändert sich außer dem Namen im Ver­gleich zum Vor­gän­ger­wett­bewerb IKT innovativ?

Neu ist zunächst das Konzept der zwei Phasen in einer Wett­be­werbs­runde. Nach der Phase 1 erhalten alle Teil­nehmer ein Feedback. Die besten Teams haben in der Phase 2 die Gele­genheit, ihre Ideen­skizze noch einmal ent­spre­chend zu ver­bessern, bevor die Jury über die Preis­träger ent­scheidet. Damit wollen wir erreichen, dass Gründer mit inno­va­tiven Ideen etwaige Schwächen des Kon­zepts noch einmal kor­ri­gieren können, bevor die Juroren die Preise vergeben.

Im neuen Grün­der­wett­bewerb wird auch das Coa­ching-Angebot für die Preis­träger weiter aus­gebaut. Am Anfang des Coa­chings steht ein indi­vi­du­elles Business Model Assessment. Kauf­leute und Tech­niker aus unserem Team gehen gemeinsam mit den Preis­trägern im Detail das Geschäfts­modell durch: Was ist schon gut, wo gibt es noch Ver­bes­se­rungs­mög­lich­keiten? Außerdem gibt es ein bun­des­weites Netzwerk von Coaches und Men­toren. Als Coaches haben wir erfahrene Experten zu Fachthemen wie Mar­keting oder Recht gewonnen, die Men­toren sind selbst erfahrene Unter­nehmer. Und zu guter Letzt gibt es Fach­se­minare und Dia­log­ver­an­stal­tungen, auf denen die Preis­träger unter­ein­ander und mit Partnern aus der Wirt­schaft in Kontakt kommen.

Last not least: der Grün­der­wett­bewerb soll auch ver­stärkt Frauen zur Gründung von IKT-Unter­nehmen bewegen. Preis­trä­ge­rinnen erhalten einen erleich­terten Zugang zu bestehenden Netz­werken von Grün­de­rinnen, Unter­neh­me­rinnen, Bera­te­rinnen und Men­to­rinnen, und es wird frau­en­spe­zi­fische Net­working- und Coa­ching-Ver­an­stal­tungen geben.

 

Wer kann am Wett­bewerb teilnehmen?

Teil­nehmen können alle Per­sonen und Teams, die in Deutschland ein Unter­nehmen gründen wollen, bei dem inno­vative IKT im Mit­tel­punkt des Pro­dukts oder der Dienst­leistung steht. Die Teil­nehmer dürfen sogar schon eine GmbH oder eine AG gegründet haben. Dann dürfen aller­dings zwi­schen der Ver­öf­fent­li­chung im Han­dels­re­gister und der Online-Regis­trierung für eine Wett­be­werbs­runde nicht mehr als vier Monate liegen.

 

In der 1. Phase des Wett­be­werbs können sich die Teil­nehmer online anmelden und ihre Ideen hoch­laden. Was sollten die Bewer­bungen der Grün­der­teams unbe­dingt enthalten?

Die Gründer sollten in der Ideen­skizze schon alle Themen eines Busi­ness­plans anreißen. Zen­trale Fragen sind: Was ist das Produkt oder die Dienst­leistung? Wo ist der besondere Kun­den­nutzen, wo die Allein­stellung? Welche Kom­pe­tenzen hat das Team? Kennt es seine Ziel­branche? Die Teil­nehmer sollten auch ihre der­zei­tigen Über­le­gungen zum Geschäfts­modell, zu Ziel­markt und Wett­bewerb, zu Mar­keting und Ver­trieb und zur Planung prä­sen­tieren. Hier werden aber keine voll­stän­digen Kon­zepte erwartet. Die Idee steht im Mit­tel­punkt, nicht ein fer­tiger Geschäftsplan.

 

Und wie geht es danach für die Teams weiter?

Alle Teil­nehmer erhalten eine schrift­liche SWOT-Analyse, also eine Betrachtung von Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken des Grün­dungs­kon­zepts. Die besten Bei­träge haben dann in der Phase 2 die Mög­lichkeit, ihre Skizze im Dezember noch einmal zu über­ar­beiten. Aus diesem Kreis der soge­nannten „Nomi­nierten“ wählt dann eine externe Fachjury aus Wirt­schaft und Wis­sen­schaft die Preis­träger aus.

 

Pro Wett­be­werbs­runde werden bis zu 6 Grün­dungs­ideen mit einem Haupt­preis und weitere mit Son­der­preisen aus­ge­zeichnet. Welche Kri­terien sind bei der Auswahl der Gewinner entscheidend?

Für die Jury sind drei Kri­terien wichtig: Wie qua­li­fi­ziert und erfahren ist der Gründer oder das Team? Wie inno­vativ ist das Produkt oder die Dienst­leistung, und wie hoch ist das Wachs­tums­po­tenzial? Wie rea­lis­tisch ist das unter­neh­me­rische Konzept zur Umsetzung der Idee?

 

Nicht jeder kann einen Preis gewinnen. Warum lohnt sich eine Teil­nahme trotzdem für alle?

Jeder Teil­nehmer bekommt eine schrift­liche SWOT-Analyse seiner Grün­dungsidee. Auch wenn ich im Wett­bewerb nicht gewinne, bekomme ich damit ein fun­diertes Feedback und Hin­weise, was ich noch ver­bessern kann.

 

Was ist aus den Gewinnern der letzten Jahre geworden?

Auch wenn es etwas unfair gegenüber anderen erfolg­reichen Preis­trägern ist: Mein Lieb­lings­bei­spiel ist Signavio. Das Unter­nehmen ist ein Spin-off des Hasso-Plattner-Instituts in Potsdam und bietet ein web­ba­siertes Werkzeug für die Model­lierung von Geschäfts­pro­zessen an. Mitt­ler­weile ist Signavio ein mit­tel­stän­di­sches Software-Unter­nehmen mit über 100 Mit­ar­beitern und Nie­der­las­sungen in den USA und Sin­g­apore. Mit einer Kapi­tal­runde von 31 Mio. EUR geht das Unter­nehmen seit Anfang 2016 pro­fes­sionell die Inter­na­tio­na­li­sierung an. Der Grün­der­wett­bewerb kann stolz sein, ein kleiner Bau­stein dieser Erfolgs­ge­schichte zu sein.

 

Über den Vor­gänger, den Grün­der­wett­bewerb – IKT inno­vativ, konnten sie in den ver­gan­genen Jahren das Grün­dungs­ge­schehen im IKT-Bereich gut beob­achten. Welche Start-ups haben aus ihrer Erfahrung gute Erfolgschancen?

Es gibt immer Hype-Themen, die besonders viel Erfolg ver­sprechen: Heute sind es Fin­Techs, morgen Virtual Reality und über­morgen wieder etwas anderes. Aus meiner Sicht sind die Erfolgs­fak­toren aber andere. Erstens: Die Gründer sollten auf dem auf­bauen, was sie gut können und sich darauf fokus­sieren. Dann können sie auch mit ihren am Anfang begrenzten Res­sourcen ein Produkt schaffen, das aus Sicht des Kunden einen wahr­nehm­baren Mehrwert liefert. Zweitens: Die Gründer sprechen früh mit ihren Kunden, gehen schnell an den Markt und sind bereit, ihr Konzept bei Bedarf fle­xibel anzu­passen. Drittens: Im Team gründet es sich besser. Tech­nische und betriebs­wirt­schaft­liche Expertise sollten gleich­be­rechtigt sein, und min­destens einer der Gründer hat ein Faible für Ver­trieb und Marketing.

 

Interesse?  Dann findet Ihr hier alle Infor­ma­tionen rund um die Bewerbung!

 

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