Eine gute Idee allein macht noch kein Startup. Irgendwann kommt die Frage, die viele Gründer:innen manchmal vor größere Herausforderungen stellt als Businessplan oder Pitch Deck: Mit wem will ich eigentlich gründen?
Genau darum ging es beim ersten Find your Co-Founder am 27. Mai im Dülfer Saal der TU Dresden. Mehr als 100 Studierende, Forschende und Gründungsinteressierte kamen zusammen, um Menschen kennenzulernen, die ihre Begeisterung für Startups teilen – sei es als Mitgründer:in für die eigene Idee oder als Teil eines bestehenden Teams.
Das Matching-Event war zugleich die erste Veranstaltung der M3 Matching Initiative, mit der die sächsischen Hochschulgründungsnetzwerke ihre Aktivitäten rund um das Thema Co-Founder-Matching verstärken – damit Gründer:innen schneller das passende Team finden.

Kaum begann die Pause, ging es ins Netwerken
Der Abend machte deutlich, wie groß der Bedarf an Formaten ist, die Menschen mit Gründungsinteresse zusammenbringen. Schon in der ersten Pause füllte sich der Raum binnen Sekunden mit Gesprächen. Zwischen Stehtischen und Stuhlreihen wurde diskutiert, Kontakte geknüpft und LinkedIn-Profile ausgetauscht. Immer neue Gesprächsgruppen bildeten sich. Wer einmal durch den Raum gegangen ist, hat kaum jemanden zweimal im selben Gespräch angetroffen. Genauso hatten wir uns das Event vorgestellt: als Ort, an dem aus ersten Gesprächen vielleicht zukünftige Gründungsteams entstehen.
Neben offenem Networking erwartete die Teilnehmenden ein abwechslungsreiches Programm mit einem Gründer:innen-Panel zum Thema Co-Founder-Suche, Startup-Pitches aus ganz Sachsen und moderierten Matching-Runden.
Was Gründer:innen über die Co-Founder-Suche gelernt haben
Im Panel „How to (not) find a Co-Founder“ teilten vier Gründer:innen offen ihre Erfahrungen – inklusive einiger Umwege und Fehlversuche. (Vielen Dank an dieser Stelle an unsere tollen Panelteilnehmer:innen!)
Ein Thema zog sich durch alle Beiträge: Die Suche nach den richtigen Mitgründer:innen dauert oft länger als erwartet – bei Clemens Haist von Flexora waren es rund eineinhalb Jahre. Zwei potenzielle Mitgründer entschieden sich am Ende für eine akademische Laufbahn. Seine Erfahrung: Nur weil Menschen auf dem Papier gut zusammenpassen, heißt das noch lange nicht, dass die Zusammenarbeit im Gründungsalltag funktioniert. Deshalb rät er, eine Art Testphase zu vereinbaren und offen darüber zu sprechen, ob die Zusammenarbeit für beide Seiten passt.
Auch Johannes Paul von Diamics machte die Erfahrung, dass persönliche Beziehungen und berufliche Zusammenarbeit nicht automatisch dasselbe sind. Sein Rat: Früh herausfinden, wie man gemeinsam arbeitet – bevor wichtige Entscheidungen anstehen.
Für Sanchit Jain von Chipfoundry.one sind Persönlichkeit und Ziele oft wichtiger als der perfekte Lebenslauf. Fachliche Kompetenzen lassen sich aufbauen. Schwieriger wird es, wenn Vorstellungen über den Weg des Startups auseinandergehen – etwa bei der Frage, ob ein Unternehmen aus eigener Kraft wachsen oder Venture Capital aufnehmen soll.
Arefeh Movahedi von ReSelf Cosmetic sprach über eine Herausforderung, die viele Gründungsteams kennen: die Suche nach technischen Co-Founder:innen. Mehr als neun Monate dauerte ihre Suche. Fündig wurde sie erst im dritten Anlauf auf dem Business Idea Slam. Ihr wichtigster Tipp: Sprich darüber. Auf Veranstaltungen, in Netzwerken oder im Freundeskreis. Wer aktiv kommuniziert, wen er oder sie sucht, erhöht die Chance auf die richtigen Kontakte enorm.


Acht Startups auf der Suche nach Verstärkung
Nach dem Panel wurde es konkret: Acht Startup-Projekte unter anderem aus Dresden, Leipzig und Chemnitz stellten ihre Ideen vor und präsentierten, welche Kompetenzen sie aktuell suchen. Von technischen Mitgründer:innen über Business Development bis hin zu Marketing und Vertrieb war alles dabei. Für viele Teilnehmende boten die Kurzpitches einen direkten Einstieg in Gespräche und neue Kontakte. Anschließend ging es in die Matching-Runden für Business, Tech & IT sowie weitere Fachrichtungen, bevor der Abend beim offenen Networking ausklang.


Noch auf der Suche?
Die Gespräche des Abends haben gezeigt: Das passende Gründungsteam entsteht selten auf Knopfdruck. Formate wie „Find Your CoFounder“ schaffen genau die Begegnungen, aus denen langfristige Teams entstehen können.
Und das war erst der Anfang: Mit dem M3 Matching schaffen wir gemeinsam mit den sächsischen Hochschulgründungsnetzwerken Saxeed, Smile und Startbahn 13 weitere Formate, um Menschen mit Gründungsinteresse zusammenzubringen.
Wenn du das Event verpasst hast und auf der Suche nach Mitgründer:innen bist oder Teil eines Startup-Teams werden möchtest, unterstützen wir dich gern dabei. Über das Co-Founder-Matching auf der Plattform wisawi-vernetzt.de und unsere Rubrik Startup Jobs kannst du gezielt nach passenden Projekten und Mitstreiter:innen suchen.
Du möchtest deine Idee gemeinsam mit uns voranbringen? Vereinbare einen Termin mit einem unserer Startup Berater:innen.
Fotos: Rico Schuman








