Fünf Wochen reichen selten aus, um ein Startup zu bauen – aber oft, um eine Idee neu zu denken. Genau darum ging es auch in der 20. Ausgabe des Startup Bootcamp: aus ersten technischen oder fachlichen Ideen tragfähige und überprüfbare Geschäftsmodelle zu entwickeln.
Am 15. April wurde es dann konkret: Beim Pitchday zeigten die Teams, was in dieser kurzen, intensiven Zeit entstanden ist – live vor einer externen Jury aus Gründern und Startup-Experten.
Von der Idee zum Geschäftsmodell in fünf Wochen
Das Bootcamp ist bewusst kompakt und hands-on aufgebaut. In nur fünf Wochen durchlaufen die Teams drei intensive Ganztagsworkshops: ein Kickoff mit Fokus auf Prototyping und erste Ideen, ein Deep Dive ins Geschäftsmodell mit Zielgruppen, Value Proposition und Markt sowie ein Pitchtraining zur Vorbereitung auf den großen Auftritt.
Zwischen den Workshops läuft die eigentliche Arbeit weiter: Die Teams bekommen Feedbackschleifen und die Gelegenheit, ihre Annahmen zu hinterfragen und weiter zu schärfen. Genau dieses Zusammenspiel macht den Unterschied – aus einer Idee im Kopf wird ein erstes belastbares Geschäftsmodell.

Pitchday: Realitätscheck statt Abschlussfeier
Der Pitchday selbst ist kein Finale, sondern vielmehr ein erster Reality Check. Die Teams präsentieren ihre Ergebnisse vor einer Jury, die bewusst so zusammengestellt ist, dass für jedes Projekt passende Erfahrung und Perspektive dabei ist – von Gründung über Industrie bis Forschung und Deep Tech.
Das Feedback ging dabei genau dahin, wo es im Startup-Kontext zählt: Ist das Problem wirklich relevant? Passt die Zielgruppe? Wie sieht das Geschäftsmodell im Marktumfeld aus? Und wie lässt sich die Idee klar und überzeugend kommunizieren? Die Feedbackgeber brachten hier jede Menge Erfahrung und konkrete Impulse aus ihrer eigenen Praxis ein.
Die Teams und ihre Ideen
Die Bandbreite der Projekte zeigt sehr gut, wie vielfältig MINT-Gründungsideen sein können:
- RobDog entwickelt eine quadrupede Plattform zur Unterstützung und Navigation, unter anderem für blinde Menschen.
- Metis baut einen KI-basierten Coaching-Chatbot, der Weiterbildungen und Lernprozesse individuell begleitet.
- MOSAI arbeitet an einer KI-gestützten Lösung für Energiespeicherung und -übertragung mit geschmolzenen Salzen.
- Spannungsregler verfolgt einen Ansatz zur effizienteren Regelung von Spannungswandlern für Energie- und Datenübertragung, etwa im Automotive-Bereich.
- Tong1000 entwickelt eine Hardware-Software-Lösung zur verbesserten Arzt-Patienten-Kommunikation.
- ratarmount ermöglicht die intelligente Einbindung, Indizierung und performante Nutzung komplexer Datenstrukturen.
Sehr unterschiedliche Themen – aber alle mit dem gleichen Kern: aus technischer Tiefe einen echten, relevanten Use Case zu entwickeln.


Danach: Kaffee, Kuchen und ehrlicher Austausch
Nach den Pitches wurde es bewusst informeller. Bei Kaffee und Kuchen ging es in den direkten Austausch: nachfragen, vertiefen, diskutieren und Kontakte knüpfen. Oft entstehen genau hier die Gespräche, die über den Pitch hinaus wirklich weiterhelfen – ohne Folien, ohne Zeitdruck.
Vielen Dank an Felix Valentin (Gründer/CEO enerithm), Ansgar Jonietz (Gründer/CEO washabich), Jan Kubenz (TUD, Kraftfahrzeugtechnik), Maximilian Bäumler (Gründer/CEO paioneers UG), Alexander Türpe (Managing Director ExciteLab), Thomas Springer (Gründer flow.d) und Frank Peters (Gründer/CTO Evasive Robotics) für eure Zeit und den wertvollen Input für unsere Teams.


Einordnung: Kein Wettbewerb, sondern Entwicklungsraum
Das Startup Bootcamp MINT ist kein klassisches Inkubationsprogramm, sondern ein strukturierter Raum, um frühe Ideen schnell zu testen und weiterzuentwickeln. Ziel ist es, aus MINT-Innovationen in kurzer Zeit erste tragfähige Geschäftsmodelle zu formen und vor allem früh Feedback aus der Praxis zu erhalten.
Der Pitchday ist dabei kein Endpunkt, sondern ein wichtiger Zwischenstand: ein Blick darauf, was in fünf Wochen möglich ist, wenn Fokus, Coaching und echte Marktfragen zusammenkommen. Einige der Teams werden wir im weiteren Verlauf – etwa im EXIST-Antragskontext – wiedersehen.
Ausblick
Der nächste Durchlauf des Startup Bootcamp MINT startet im September 2026. Bewerbungsschluss ist der 31. August 2026.
Gesucht werden wieder Teams mit MINT-Ideen, die nicht nur spannend klingen, sondern herausfinden wollen, ob daraus ein echtes Geschäftsmodell werden kann.
(Fotos: dresden|exists, Frauke Posselt & Sarah Haaß)
