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Gründerportrait #88: Euventure – Stadtführung mal anders

Zwei alte Schulfreunde, die schon als Kinder liebend gern gerätselt haben, treffen sich Jahre später in Dresden wieder und entscheiden, aus ihrer Leidenschaft ein Business zu machen. Mit kniffeligen Outdoor-Touren wollen sie Ortsansässige und Touristen für die Sehenswürdigkeiten ihrer Studienstadt begeistern. In dieser Ausgabe des Gründerportraits geben Anton Ludewig und Marlon Würffel einen Einblick in ihr Startup Euventure, das sich ganz und gar dem Freizeitspaß widmet.

Anton Ludewig und Marlon Würffel machen Dresden zum Escape Room. (Foto: Euventure)

Worum geht es bei eurer Geschäftsidee?

Mit unseren City-Adventures möchten wir Rätselfreunden die Möglichkeit geben, eine Stadt auf innovative Art und Weise zu entdecken. Unsere Stadtführungen basieren dabei in gewisser Weise auf dem Escape Room Konzept. So wie man in einem Escape Room Rätsel löst, um zum nächsten Raum zu gelangen, löst man in der Stadt verschiedene Rätsel, deren Lösung zum nächsten Ort führt.

Rätselpaket
Mit einem Rätselpaket ausgerüstet kann das Escape-Abenteuer in der Stadt starten. (Foto: Euventure)

Wie entstand die Idee und wann habt ihr entschieden, sie auch umzusetzen?

Wir haben an einer Stadtführung durch Dresden teilgenommen und haben uns gedacht, dass man die Stadt auch spielerisch kennenlernen und dabei Spaß haben kann. Das schafft die perfekte Kombination aus einem spaßigen Event bei dem man gleichzeitig ein paar knackige Fakten über die Stadt Dresden erfährt. Im Anschluss an die Stadtführung im Oktober 2019 haben wir direkt mit der Entwicklung unserer ersten eigenen Tour begonnen. Anton, der an der HTW Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert, hat sich bereits zu Beginn des Studiums nach Gründungsunterstützung umgesehen und ist so auf die HTW-Gründungsschmiede gestoßen.

Was waren die drei größten Herausforderungen auf dem Weg in die Selbständigkeit und wie habt ihr sie bewältigt?

Wie so vielen Startups hat Corona auch uns erstmal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Während des Kontaktverbots im letzten Jahr konnten wir unsere Touren nicht durchführen. Ein schwerer Schlag, denn wir waren gerade erst gestartet. Den Kopf haben wir trotzdem nicht in den Sand gesteckt und die Zeit aktiv genutzt, um die Tour zu optimieren, neue Ideen zu entwickeln (u.a. unsere zweite Tour) und sämtliche Baustellen anzugehen, für die uns sonst immer die Zeit fehlte.

Ein harter erster Schritt war auch die Weiterentwicklung unseres Marketings und der Aufbau der eigenen Website. Gerade als frische Gründer ohne viel Erfahrung fühlt man sich wie Bambi, das zum ersten Mal laufen will. Doch zum Glück gibt es viele Möglichkeiten sich Wissen anzueignen. Also haben wir Bücher gelesen, Videos geschaut, Seminare besucht und mit Experten gesprochen.

Was macht euch besonders stolz und was waren bisher eure größten Erfolge?

Uns freut besonders, dass wir die Büroräume der Gründungsschmiede nutzen können. Es ist ein tolles Gefühl, einen festen Platz zu haben und wir sind stolz, Teil der Teams zu sein.

Der erste große Erfolg war unsere erste Buchung. Was für ein Gefühl! Nach all der harten Arbeit. Und als unser Gast am Ende noch sagte, wieviel Spaß er auf der Tour hatte, waren wir total happy.

Das Thema Mitarbeiter war ebenfalls ein großer Meilenstein für uns. Erst sämtliche rechtlichen Seiten abklopfen, dann die Einstellung organisieren und schlussendlich alle Meldungen tätigen – da verging ebenfalls viel Zeit.

Personengruppe am Dresdner Schloßplatz
In 90 Minuten im Team Rätsel lösen und dabei die Stadt erkunden – das ist das Konzept von Euventure. (Foto: Euventure)

Welche Unterstützung hat euch in der Gründungsphase geholfen?

Das gesamte Team der Gründerschmiede hat uns sehr geholfen, gerade kürzlich erst wieder bezüglich der Corona-Unterstützungsmaßnahmen. Gespräche mit den anderen Teams haben uns in vielen Bereichen oft neue Denkanstöße und Impulse gegeben. Zudem motiviert uns das Umfeld der Gründerschmiede sehr, weil hier alle auf die gleichen Ziele hinarbeiten. Durch Kontakte zu altansässigen Gründern wie onFire digital konnten wir sogar eine BAFA-Förderung beanspruchen und uns intensiv beraten lassen, was uns in der  Gründungsphase sehr geholfen hat.

Welche Faktoren sind aus eurer Sicht für den Erfolg einer Existenzgründung wichtig?

Geduld, Disziplin, Wissensdurst und Zeitmanagement

Wo seht ihr euer Unternehmen in fünf Jahren?

In fünf Jahren wollen wir das Unternehmen soweit entwickelt haben, dass wir Euventure hauptberuflich betreiben können.

Welche Erfahrungen und Tipps möchtet ihr anderen Gründern mit auf den Weg geben?

Die eigene Idee einfach durchziehen, egal was andere sagen. Und auch den Mut zum Scheitern haben. Fehler sind menschlich, man sollte sie nur nicht mehrmals machen. Zufriedene Kunden empfehlen einen gern weiter, daher sollte Kundenservice immer an erster Stelle stehen.

Wie sieht bei euch ein typischer Tagesablauf aus?

Studium und Job zu vereinbaren, war – und ist – nicht immer ganz leicht für uns. Wir haben das Business im Nebenerwerb gegründet, konzentrieren uns tagsüber auf Studium und Vollzeitjob und investieren abends Zeit in das Wachstum des Unternehmens. Den Faktor Freizeit und die sozialen Kontakte mussten wir stark begrenzen, gehen jeden Tag sehr spät ins Bett und sind am nächsten Morgen wieder zeitig auf.

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