
Zu unserem Meetup am 28. Oktober ließen uns die Gründer von Stadt.Land.Netz (SLN)und Pikobytes wieder einmal Startup Luft schnuppern. Und die roch nach ganz neu. Denn wir durften – wahrscheinlich als die Ersten nach der Einweihungsfeier im Sommer – in den loftigen Räumlichkeiten des Stadt.Land.Netz-Teams um Marcus Dawidjan und Lars Lehmann zu Gast sein. Neben einem phantastischen Ausblick auf Dresden gewährten sie uns spannende Einblicke in die Gründungsgeschichte ihres Startups rund um das Thema freigestellter Schülerverkehr. Und die begann schon ungewöhnlich früh. Die beiden Gründer kennen sich bereits aus Schulzeiten, da musste schon mal ein Foto vom Abschlussball als Metapher herhalten. Hut ab für diesen Mut. Denn so gab es für die rund 30 Gäste interessante Modetrends aus 2008 zu bestaunen. Marcus weihte uns weiterhin in die Geheimnisse seines Vertriebserfolgs bei Kunden wie Stadt.Land.Verwaltung ein. Das kann schon mal darauf hinauslaufen, dass er sich im Zeitalter von „Rufnummer auf Display“ von einem anderen Apparat aus zum Gegenüber durchstellen lässt, um an seinen Ansprechpartner heranzukommen. Fazit: Sei hartnäckig, aber nicht nervig. Hab Sonne im Herzen, die kommt (selbst am Telefon) beim Gegenüber an. Bleib flexibel und kreativ, was dein Geschäftsmodell betrifft.
Matthias Müller war für Pikobytes in die Zeitenströmung gekommen. Nach dem Werdegang des Startups, das eine Software für Geo- und Umweltdaten entwickelt, führte uns Matthias auf seinen – ganz anderen – Weg des Erfolgs bei Behörden und öffentlichen Einrichtungen. Pikobytes setzt u. a. auf Ausschreibungen, hat sehr gute Erfahrungen mit diesem Modell machen dürfen und schätzt die öffentliche Hand mittlerweile als loyalen und treuen Kunden. Über die Innovationsförderung der Stadt Dresden ist das Startup Teil des Verbundprojekts Smart Rain. Unterstützt mit rund 70.000 € errichten sie gemeinsam mit der TU Dresden und der Elco Industrie Automation GmbH ein Monitoring Netzwerk zur Niederschlagsmessung für urbane Räume. Matthias berichtete auch vom aktuellen Stand des Projekts und freut sich über das große Interesse innerhalb der Dresdner Bevölkerung. Denn die Resonanz auf einen Radiobeitrag, in dem Bürger angesprochen wurden, die eine der Messstationen einrichten lassen möchten, war unerwartet riesig. Wir sind gespannt, wie es weitergeht.

Uwe Richter ist Abteilungsleiter Smart City der Stadt Dresden. Bei ihm oder seinen Kollegen ist der eine oder andere Gründer vielleicht auch schon einmal in der Warteschleife hängen geblieben. Wobei er sich als nahbar, digitalaffin und themenoffen präsentierte. In seiner Funktion ist er „Spinne im Netz“ und viel unterwegs. Uwe Richter stellte die „andere Seite“ der Vertriebskette vor und gewährte uns einen Einblick in die Abläufe innerhalb der Verwaltung. Dass es nämlich durchaus vorkommt, dass der einzelne Mitarbeiter zwar sehr gern würde, aber eben nur, wenn er könnte. Und dass es an dieser Stelle zum Teil klemmt. Sei es die Begrenztheit von Mitteln, Ressourcen, Ansprechpartnern oder schlicht und ergreifend die Bedenken, eine falsche Entscheidung zu treffen und damit Fehler zu begehen. Außerdem stellte er uns die Innovationsförderung der Stadt Dresden vor. Jedes Jahr stellt die Landeshauptstadt insgesamt 500.000 € für spannende innovative Projekte zur Verfügung. Zwischen 10.000 und 100.000 € kann jedes Einzelprojekt erhalten. Neben den monetären Vorzügen erhalten Startups die Chance, Ämter der Verwaltung, interdisziplinäre Arbeitsgruppen etc. als Projektpartner zu gewinnen. Auch ein Einfallstor für den erfolgreichen Vertrieb bei Behörden. Bei der Vorstellung der Alumniprojekte aus der Förderung bekamen wir zum Großteil unsere eigenen Alumni zu Gesicht: Matabooks, DevBoost, Wandelbots, Cyface, CarlundCarla und Packwise sind nur einige davon.
Verpflegt wurden wir auch dieses Mal bestens. Leckere Stullen und eine herbstliche Suppe vom Stullenbüro sowie frisch gezapftes TU Dresden Bier der Lohrmanns Brew-Crew lud die Gäste zum Verweilen und Austauschen ein.
Das nächste Meetup steht bereits in den Startlöchern, dieses Mal im größeren Rahmen treffen wir uns am 28. November zum Gründerfoyer #47 wieder im Hörsaalzentrum auf dem Campus, wenn es wieder heißt: Von den Großen lernen!