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Hat­trick bringt 2,5 Mio. Euro für Startups aus der Forschung

Ein Hat­trick gelang dresden|exists bei der letzten Aus­wahl­runde im För­der­pro­gramm EXIST-For­schungs­transfer: Mehr als 70 Startup-Teams aus For­schungs­ein­rich­tungen hatten sich mit ihrer Geschäftsidee um diese Finan­zierung des Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­riums beworben. Mitte November fielen die Ent­schei­dungen in den Exper­ten­jurys. Dabei gelang uns diesmal der Hat­trick – alle drei Teams der TU Dresden, die zuvor ein posi­tives Experten-Gut­achten erhalten hatten und zur Jury ein­ge­laden wurden, konnten über­zeugen und bekamen die Förderzusage.

Die drei Startups zeigen die ganze Breite der Grün­dungs­ideen an der TU Dresden: Das Team BioPep schützt mit einem Ergän­zungs­fut­ter­mittel Haus­tiere vor den Folgen von Blut­hoch­druck, das Team sen­orics hilft Land­wirten mit einem Sen­sor­system bei Ent­schei­dungen rund um Ernte und Füt­terung und das Team Redivia nutzt modernste Soft­ware­al­go­rithmen, um für medi­zi­nische Wirk­stoffe neue Anwen­dungs­op­tionen zu finden.

Für die Teams stehen jetzt Dank EXIST-For­schungs­transfer mehr als 2,5 Mio. Euro für die Umsetzung ihrer Geschäfts­ideen bereit. In den kom­menden zwei Jahren werden sie dazu wei­terhin von dresden|exists beraten, um aus ihrer Geschäftsidee auch ein erfolg­reiches Unter­nehmen zu machen.

Mit dem Pro­gramm EXIST-For­schungs­transfer unter­stützt das Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­terium for­schungs­ba­sierte Grün­dungs­vor­haben, die noch mit auf­wän­digen Ent­wick­lungs­ar­beiten ver­bunden sind. Für die Dauer von i. d. R. 18 Monaten wird ein vier­köp­figes Team gefördert, um wis­sen­schaft­liche Ergeb­nisse in tech­nische Pro­dukte umzu­setzen, die darauf basie­rende Geschäftsidee zu einem Busi­nessplan aus­zu­ar­beiten und die geplante Unter­neh­mens­gründung gezielt vor­zu­be­reiten. Eine Bean­tragung ist zweimal im Jahr mit dresden|exists möglich.

Alle drei Startup-Teams belegen, dass Grün­dungen ein erfolg­ver­spre­chender Weg sind, exzel­lente Ergeb­nisse aus der Wis­sen­schaft in die Praxis zu überführen:

Hinter dem Konzept von BioPep stehen lang­jährige For­schungs­ar­beiten am Institut für Lebens­mit­tel­chemie von Prof. Thomas Henle. Mit ihnen wurde nach­ge­wiesen, dass auch natür­liche Stoffe einen Ein­fluss auf das Herz-Kreis­lauf­system besitzen. Spe­zielle,  in Milch­pro­teinen ent­haltene Eiweiß­se­quenzen, sog. Peptide, haben eine blut­druck­re­gu­lie­rende und die Blut­gefäße schüt­zende Wirkung. Das Team um Pro­jekt­lei­terin Dr. Diana Hagemann hat ein Ver­fahren ent­wi­ckelt, wie diese Peptide aus einem Abfall­produkt in der Milch­pro­duktion, der Molke, gewonnen werden können. Umge­wandelt in ein einfach zu hand­ha­bendes Pulver, soll daraus ein Fut­ter­mittel ent­stehen, mit dem Hunde und Katzen vor alters­be­dingten Krank­heiten besser geschützt werden können.

Das Team sen­orics ist bei diesem Transfer Wie­der­ho­lungs­täter im mehr­facher Hin­sicht. Pro­jekt­leiter Ronny Timmreck hat bereits vor mehr als 10 Jahren sein erstes Unter­nehmens gegründet. Für Prof. Karl Leo, aus dessen Institut für Ange­wandte Pho­to­physik (IAPP) die tech­no­lo­gi­schen Grund­lagen stammen, ist es die kon­se­quente Fort­führung des mit Aus­grün­dungen wie novaled oder heliatek ein­ge­schla­genen Erfolgs­weges. Mit sen­sorics soll nun wieder auf Basis orga­ni­scher Halb­lei­ter­ma­te­rialien die Mess­technik der sog. Nahin­frarot-Spek­tro­skopie so ver­kleinert und um mehr als den Faktor 10 bil­liger werden, dass sie nicht mehr spe­zia­li­sierten Anwendern vor­be­halten bleibt, sondern breit in Bereichen wie Land­wirt­schaft, Medizin oder Lebens­mit­tel­über­wa­chung Einzug hält.

Das Konzept von redivia ver­bindet die Welten aus com­puter science und life science, um Kosten in der Ent­wicklung medi­zi­ni­scher Wirk­stoffe zu sparen. In einer soft­ware­ba­sierten Dis­covery Engine hat redivia neu­artige Struk­tur­ana­ly­se­ver­fahren imple­men­tiert und mit rie­sigen Daten­be­ständen zu bis­he­rigen Wirk­stoffen und Wirk­stoff­zielen kom­bi­niert. Damit kann redivia ohne zeit­auf­wändige Labor­ver­suche Vor­her­sagen machen, für welche neuen Indi­ka­tionen bereits bekannte Sub­stanzen nutzbar wären. Dass dieses in der Arbeits­gruppe für Bio­in­for­matik von Prof. Michael Schroeder am BIOTEC ent­wi­ckelte Vor­gehen funk­tio­niert, konnte bereits an Wirk­stoffen zur Hemmung der Resis­tenz­bildung in der Che­mo­the­rapie gezeigt werden.

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