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Grün­der­por­trait #50: august – Raum für Design

Den fri­schen Uni-Input anwenden, Dinge anpacken und die Welt mit hand­festen Pro­jekten gestalten – das wollen die Gründer von august. Das stu­den­tische Designbüro, das Start-ups und eta­blierte Firmen u.a. in Gestal­tungs­fragen und im Pro­dukt­design unter­stützt, ist keine klas­sische Unter­neh­mens­gründung. Trotzdem musste sich das Team aus Stu­denten des Tech­ni­schen Designs an der TU Dresden Fragen stellen, die auch andere Gründer beschäf­tigen. Wie es dazu gekommen ist und über ihre wei­teren Pläne hat uns das august-Team im Interview berichtet.

 

Was und wer ist „august“?

Hinter „august“ stehen Stu­denten des Zen­trums für Tech­ni­sches Design am Institut All­ge­meiner und Kon­struk­tiver Maschi­nenbau der TU Dresden. Stu­denten aus allen Semestern können mit­wirken, von­ein­ander pro­fi­tieren und lernen. Unter­stützt werden wir außerdem durch die Mit­ar­beiter des Lehr­stuhles für Konstruktionstechnik/ CAD ins­be­sondere durch Pro­fessor Jens Krzy­winski und Christoph Schreiber.

 

Team august - Raum für Design
Das Team des stu­den­ti­schen Design­büros “august – Raum für Design”
(Foto: august)

Was bietet august an und was unter­scheidet Euch von einer klas­si­schen Agentur?

Unser Haupt­an­liegen ist, Stu­denten mit zusätz­lichen Ange­boten zur Lehre zu unter­stützen wie Work­shops zu spe­zi­ellen Soft­waren und Vor­träge durch Absol­venten und externe Partner. Des­wei­teren dienen wir als Pro­jekt­start­punkt und koor­di­nieren Pro­jekte zwi­schen Stu­denten, Uni­ver­sität und Industrie. Dabei kommen Anfragen über unseren Lehr­stuhl zu august, die in der Lehre als Belege oder als Diplom­ar­beiten nicht geeignet sind, aber dennoch span­nende und kurze Pro­jekte für Stu­denten bieten. Darüber hinaus fördern wir die Selbst­stän­digkeit der Stu­die­renden, indem wir Pro­jekte von der Uni­ver­sität und teil­weise auch aus der Industrie weiter reichen. Dabei ist uns wichtig, dass jeweils ein Student älteren Jahr­ganges und Stu­denten aus jün­geren Semestern zusammen ein Projekt als Neben­er­werbs­tä­tigkeit durch­führen und bearbeiten.

 

Wie ent­stand die Idee ein stu­den­ti­sches Designbüro namens „august“ zu gründen?

Im Januar 2013 fand auf Initiative von Pro­fessor Krzy­winski ein Treffen zwi­schen einer Handvoll Stu­denten und ihm statt, bei dem erste Gedanken und Mög­lich­keiten ange­sprochen und aus­ge­lotet wurden. Aus den daraus ent­stan­denen Ideen erar­bei­teten sich die Stu­denten erste hand­feste Ergeb­nisse. So ent­stand Mitte des Jahres 2013 der Name „august“ und nimmt bezug auf den Aus­gangsort, den ehe­ma­ligen Lehr­stuhl­standort in der August-Bebel-Straße 20 – und den geschicht­lichen Hin­ter­grund Dresdens mit August dem Starken. Ver­bunden mit unserer Lei­den­schaft zum Design ent­wi­ckelte sich der Zusatz „raum für design“, der die Mög­lich­keiten von inter­es­sierten und tat­kräf­tigen Stu­denten abbilden soll.

 

Ihr habt kein Unter­nehmen, sondern einen Verein gegründet. Welchen unter­neh­me­ri­schen Fragen musstet Ihr Euch dennoch stellen?

Am Anfang stand die Frage im Raum, wie wir uns orga­ni­sieren und wie wir gegenüber der Öffent­lichkeit und dem Gesetz auf­treten. Dabei wurden viele Unter­neh­mens­formen geprüft. Letztlich kamen wir zu dem Schluss, dass ein Verein als orga­ni­sa­to­rische Plattform die meisten Vor­teile bietet und eine ein­fache Struktur und Übergabe bei den stark fluk­tu­ie­renden Stu­denten ermög­licht. Der all­ge­mein­nützige Zweck ist ein­deutig die Unter­stützung der Lehre, sowie die Ver­mittlung des erlernten Wissens der älteren Jahr­gänge an jüngere und design­in­ter­es­sierte Studenten.

 

Ein schönes Referenzprojekt: Die Skulptur "SPROSS" der Künstlering Howey. (Foto: )
Ein schönes Refe­renz­projekt: Die Zusam­men­arbeit mit der Künst­lerin Eli­sabeth Howey und die Skulptur “SPROSS”. (Foto: Kay Zimmermann)

Was waren die größten Her­aus­for­de­rungen und wie habt Ihr sie bewältigt? Gibt es Erfah­rungen, die Ihr an andere Gründer wei­ter­geben möchtet?

Ein­deutig war die Ent­scheidung der Unter­neh­mensform ein großer und lang­wie­riger Prozess. Daraus folgte ein wei­terer Mei­len­stein – die Satzung. In der Findung und For­mu­lierung der aktu­ellen Ver­eins­satzung wurde viel Energie und Aufwand gesteckt, da die offi­zielle Aner­kennung als Verein auf sicheren Füßen stehen musste.
Daher unser Tipp: Werdet euch so schnell wie möglich genau über euren Ziele und Wünsche bewusst, damit ihr mög­liche Sack­gassen vermeidet.

 

Gibt es etwas worauf Ihr besonders stolz seid?

Trotz unserer recht jungen Geschichte haben wir bereits viele kleinere Pro­jekte erfolg­reich abge­schlossen. Auch die Gründung als ein­ge­tra­gener Verein macht uns stolz, denn seit diesem Zeit­punkt ist august mehr als nur eine Idee, die im Raum steht. Aber besonders stolz sind wir auf ein Projekt mit der Künst­lerin Eli­sabeth Howey. Diese gewann Ende 2012 einen künst­le­ri­schen Wett­bewerb der Stadt Jena. Etwa ein Jahr später steht nun ihr Kunstwerk, eine sieben Meter hohe Edel­stahl-Skulptur, mit dem Titel „Spross“ am neu gestal­teten Land­schaftspark Saalebogen im Gewer­be­gebiet Jena-Göschwitz. Wir halfen der Künst­lerin bei der Rea­li­sierung und der Auf­be­reitung der digi­talen Daten für die Her­stellung ihrer Skulptur, die aus fünfzig indi­vi­duell gebo­genen Edel­stahl­rohren besteht.

 

Warum ist es für Stu­denten spannend bei august dabei zu sein?

Gerade für Stu­denten die noch mitten ihrem Studium stecken, bietet august die Mög­lichkeit die eigene Lehre mit zusätz­lichen Ver­an­stal­tungen mit­zu­ge­stalten sowie span­nende Themen und Arbeits­weisen ken­nen­zu­lernen, die einfach nicht in der Lehre ein­ge­plant sind. Außerdem können wirklich pro­jektnahe Erfah­rungen gesammelt  werden. Ziemlich wichtige Punkte, die man im Studium nie ver­mittelt oder gelehrt bekommt.

 

Fabian Neumüller (august), Elisabeth Howey und Paul Weiß (august) beim SPROSS.
v.l.n.r.: Fabian Neu­müller (august), Eli­sabeth Howey und Paul Weiß (august) neben der Stahl­skulptur SPROSS.
(Foto: Kay Zimmermann)

In welchen Fragen könnt Ihr Gründer und Unter­nehmen unterstützen?

Wir können zum Bei­spiel in Sachen Öffent­lich­keits­arbeit beraten. Also, wie trete ich mit welchen Wer­be­mitteln oder welcher Inter­net­präsens auf. Habe ich einen Fir­men­namen oder ein wirk­sames und ein­präg­sames Logo. Bei all diesen Details können wir bestens Gründern und Unter­nehmen zu Seite stehen. Hier haben wir auch schon ein paar Pro­jekte erfolg­reich umgesetzt.

Darüber hinaus arbeiten wir auch im Bereich Pro­dukt­design, bei­spiels­weise arbeiten wir derzeit mit der Pro­fessur „Technik spur­ge­führter Fahr­zeuge“ der TU Dresden zusammen und gestalten eine Loko­motive als Anschau­ungs­modell für den dor­tigen Lehr­be­trieb. Aber auch private Gründer können uns kon­tak­tieren und bekommen von uns Unter­stützung im Bereich Mar­ken­ent­wicklung und Pro­dukt­design für ein erfolg­rei­cheres Crowd­funding der eigenen Idee.

 

Wie sieht nor­ma­ler­weise eine Zusam­men­arbeit mit august aus?

Das kommt ganz darauf an in welchen Bereichen eine Zusam­men­arbeit gewünscht ist. August bietet Stu­denten und anderen Inter­es­sierten die Mög­lichkeit Work­shops und Vor­träge zu besuchen und daran teil­zu­nehmen. Weshalb eine Zusam­men­arbeit hier – wie z. B. mit FABLab – eher in die didak­tische und wei­ter­bil­dende Richtung zielt.

Kommen gezielte Pro­jekt­an­fragen über den Lehr­stuhl oder der Inter­net­seite zu uns, über­nimmt der Pro­jekt­be­auf­tragte die Anfrage und stellt diese bei einem internen august-Meeting vor. Finden sich inter­es­sierte august-Mit­glieder über­nehmen sie den wei­teren Pro­jekt­ablauf wie Angebote schreiben, Treffen orga­ni­sieren, etc. Dabei wird auf eine gleich­mäßige Ver­teilung der ein­zelnen Pro­jekte unter den Mit­gliedern geachtet. Die Bear­bei­tungszeit hängt von den Pro­jekt­auf­gaben, Partner sowie den per­sön­lichen Zeitplan der Stu­denten ab, so dass solche Bedin­gungen immer am Anfang der Pro­jekte fest­ge­halten und abge­sprochen werden.

 

Was ist Eure Zukunfts­vision bzw. wo seht Ihr august in fünf Jahren? Welche Ziele habt Ihr?

In fünf Jahren sind wahr­scheinlich alle unsere aktu­ellen Mit­glieder mit ihrem Studium fertig, daher wün­schen wir uns, dass es neue Mit­glieder geben wird, die unseren Verein tragen und ihn in Zukunft wei­ter­ent­wi­ckeln. Wie das dann genau aus­sehen wird, kann man heute noch nicht sagen. Zwar sind aktuell alle unsere Mit­glieder Stu­denten des Tech­ni­schen Designs, aber zukünftig könnten wir uns gut vor­stellen, dass auch Stu­denten aus anderen Fach­rich­tungen bei august mit­machen und ihre Wünsche und Ziele ver­wirk­lichen. Außerdem kann eine wun­derbare Plattform für neue Stu­denten und Absol­venten ent­stehen, welche die Lücke zwi­schen Studium und der Arbeitswelt wieder etwas kleiner macht.

 

Aktuelle Termine und Infos über das stu­den­tische Designbüro  findet Ihr auch auf der august- Facebook-Seite.

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