Veröffentlicht am

Gründerportrait #43: PROGRESS.MADE.IN.DRESDEN

Die Gründer Stephan Busch (l.) und Tom Wonneberger (Foto: Progress.made.in.Dresden)
Die Gründer Stephan Busch (l.) und Tom Wonneberger (Foto: Progress.made.in.Dresden)

Die beiden Gründer von Progress.made.in.Dresden und Finanzwirtschaftler Stephan Busch und Tom Wonneberger haben es sich zu Aufgabe gemacht, Versicherungschinesisch zu übersetzen und über „Finanzdinge“ aufzuklären. Seit fast 4 Jahren arbeiten die beiden nun an diesem Projekt. Mehr über ihre Geschichte und ihre Vision haben sie uns im Interview erzählt.

1. Was ist Inhalt eurer Selbstständigkeit?

Wir wollen die Finanzbranche verändern! Kein Mensch versteht dieses Versicherungschinesisch, aber alle fragen sich, was eigentlich wirklich wichtig ist. Die Verschuldung der Privathaushalte steigt seit Jahren und das Gespenst von Altersarmut geistert umher. Und was ist eigentlich mit Steuervorteilen und staatlicher Förderung?

Dazu haben wir drei Ansätze:

1. Wir beraten selbst junge Leute und Existenzgründer im Umgang mit Geld.

2. Wir klären über unseren Blog, unsere Facebookseite und später in Vorträgen die Menschen auf und leisten somit einen Beitrag um das Finanzwissen der Deutschen zu verbessern.

3. Wir entwickeln ein Schulungs- und Lizenzsystem für andere Berater aus der Branche, die ebenfalls keinen Bock mehr auf Provisionen haben, aber nicht wissen, wie sie die Veränderungen umsetzen sollen.

 

2. Wie und wann kam die Idee dazu?

Wir haben an der Berufsakademie Dresden Finanzwirtschaft studiert. Dort haben wir im Rahmen einer gemeinsamen Studienarbeit Studenten und Auszubildende zu ihren Erfahrungen und Wünschen zur Finanzberatung befragt und festgestellt, dass ein riesiger Bedarf nach objektiver, provisionsunabhängiger Beratung vorhanden ist. Diese Idee haben wir aufgegriffen und in zahlreichen Präsentationen, Studienarbeiten und Projekten weiterentwickelt. Am Ende des Studiums haben wir einen Businessplan geschrieben und diesen dann direkt umgesetzt.

 

3. Wann habt ihr die Entscheidung zur Gründung getroffen?

Noch im Studium, als wir merkten, dass wir mit unserem Ansatz einen Nerv getroffen haben.

 

4. Was waren die drei größten Herausforderungen auf dem Weg in die Selbstständigkeit und wie habt ihr sie bewältigt?

Der Weg in die Selbstständigkeit war leicht, da wir uns ja während des Studiums im Rahmen der Praxisphasen ausprobieren konnten. 2013, als wir bereits gegründet hatten, mussten wir wegen persönlicher Differenzen von heute auf morgen unsere erste Bürogemeinschaft verlassen. Dann hatte Tom eine schwere Erkrankung zu bewältigen. Zu guter Letzt hatten wir dann noch einen Markenstreit mit einem großen Modelabel. Alle drei Hürden haben wir aber gemeistert. Wie wir das bewältigt haben? Nun, wir hatten und haben unsere Vision vor Augen und sind hartnäckig geblieben. Außerdem hatten wir großartige Unterstützung aus unserem Netzwerk.

 

5. Was macht euch besonders stolz bzw. was sind eure bisherigen Erfolge?

Uns macht besonders stolz, aus einer Idee innerhalb von vier Jahren ein funktionierendes Unternehmen aufgebaut zu haben. Das ist auch rückblickend für uns noch immer etwas verrückt und es zeigt: man kann, wenn man will!

 

6. Gab es Tage, an denen ihr euch nicht sicher wart, wie und ob es weitergehen soll? Wenn ja: wie habt ihr diese Hürden bewältigt?

Das „ob“ stand nie im Raum, das „wie“ jeden Tag. Wer sich nicht hinterfragt, bleibt stehen. Wir setzen uns regelmäßig zu unseren Kreativ-Abenden zusammen und überlegen gemeinsam, welche nächsten Schritte wir gehen.

 

7. Welche Erfahrungen möchtet ihr an andere weitergeben, die jetzt vor der Entscheidung zur Selbstständigkeit stehen?

Einfach machen! Wer eine Idee hat, soll sie ausprobieren! Was kann denn schief gehen? Ach ja und nicht immer nach Gründen gegen etwas suchen, sondern lieber nach Gründen dafür.

 

8. Was ist eure Zukunftsvision bzw. was möchtet ihr in den nächsten 5 Jahren erreichen?

Unsere Vision ist, dass die Menschen mit ihrem Geld vernünftig umgehen. Dieses Thema ist so verdammt wichtig und wird dennoch völlig vernachlässigt. Unser Ziel haben wir erreicht, wenn die Verbraucher keinen Euro für sinnlose Versicherungen und Kredite mehr ausgeben. Ob wir das noch erleben werden? Mal sehen!

Daneben möchten wir Menschen ermuntern und unterstützen, sich selbstständig zu machen oder eigene Projekte zu realisieren. Die Politik redet vom Mittelstand als Rückgrat der Wirtschaft, doch leider nimmt die Gründungsförderung ziemlich wenig Raum ein.

 

↑ Nach oben