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Grün­der­por­trait #40: Arundo

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Arundo – ein ganzer Schreib­tisch in einer App.

Arundo – ein ganzer Schreib­tisch in einer App. Mit dieser Idee star­teten Florian Ber­ninger, Jacob Focke und René Phan die Ent­wicklung ihres ersten eigenen Pro­duktes, das schweres Rucksack-Schleppen und  Zet­tel­chaos aus dem Alltag vieler Men­schen ver­bannen soll. Zunächst neben dem Studium, mitt­ler­weile jedoch haupt­be­ruflich, arbeitet das Arundo-Team an seiner Pro­duk­ti­vitäts-App für Tablet-PC´s. Wie die Idee ent­standen ist und über Ihren Weg in die Selbst­stän­digkeit hat das Team uns im Interview berichtet.

 

Was ist der Inhalt Eurer Selbständigkeit?

Wir ent­wi­ckeln Arundo – eine Software, die das all­täg­liche Lernen und Arbeiten grund­legend ver­ändern und erleichtern soll. Wir haben alle Hilfs­mittel, die man sonst in der Uni­ver­sität oder zuhause beim Lernen benötigt in eine leis­tungs­fähige App gepackt. Diese eröffnet  darüber hinaus Per­sonen, die Tablets im Berufs­alltag nutzen, viel­fältige Mög­lich­keiten. Dazu gehören bspw. eine Inter­net­funktion, die Mög­lichkeit Mind-Maps anzu­legen, Stifte und Papier zum Mit­schreiben oder die Option PDF-Dateien zu impor­tieren und zu anno­tieren. So hat man auf einem mobilen End­gerät alles dabei, was man benötigt, um Schrift­stücke anzu­fer­tigen, diese zu orga­ni­sieren und mit anderen zu teilen. Weitere Funk­tionen sind bereits in Entwicklung.

 

Wie und wann kam die Idee dazu?

Die ursprüng­liche Idee hatte René während seines Mathe­matik-Stu­diums. Zumeist mussten dabei Texte und Formeln hand­schriftlich fest­ge­halten werden. So ent­steht mit der Zeit ein Zet­tel­chaos. Um Unter­lagen mit anderen zu teilen, müssen diese aus­ge­liehen werden und trotz stei­gender Ruck­sacklast hat man nicht immer alles dabei, was man braucht. Dieses Problem wollte er abschaffen. René sprach also mich (Jacob) während des Mathe-Studium an. Ich schlug direkt vor, meinen Stu­di­en­freund und Pro­gram­mier­ex­perten Florian mit ins Boot zu holen. Zu dritt ent­wi­ckelten wir uns schnell zu einem ein­ge­spielten Team. Seither arbeiten wir mit viel Spaß, Enthu­si­asmus und Unter­stützung durch das Exist-Grün­dersti­pendium an neuen Ideen.

 

Wann habt Ihr die Ent­scheidung zur Gründung getroffen?

Als uns bewusst wurde, dass wir ein eigenes Unter­nehmen brauchen, um unsere App selbst auf den Markt bringen zu können. Nach dem Grün­der­foyer im Mai 2012 fassten wir dann den Ent­schluss dazu.

 

Das Team hinter Arundo (v.l.n.r.): Jacob Focke, Florian Berninger und René Phan
Das Team hinter Arundo (v.l.n.r.): Jacob Focke, Florian Ber­ninger und René Phan

Was waren die drei größten Her­aus­for­de­rungen auf dem Weg in die Selbst­stän­digkeit und wie habt Ihr sie bewältigt?

Die erste große Her­aus­for­derung für uns war es, während des Stu­diums die Ent­scheidung zu treffen uns selb­ständig zu machen. Das hieß für uns: runter vom ursprünglich geplanten Weg und das Studium nach unserem Bachelor-Abschluss erst einmal unter­brechen. Diese Ent­scheidung wurde uns zum Glück etwas erleichtert. Zum einen hat uns während des Stu­diums der Erfolg beim Exist-PriME-Cup, den wir als Teil eines fünf­köp­figen Teams gewonnen haben, ermutigt in unsere Fähig­keiten zu ver­trauen. Zum anderen haben uns die Vor­träge beim Grün­der­foyer sehr stark moti­viert und uns bewusst gemacht, dass wir die Erfah­rungen anderer Gründer eben­falls machen wollen. Wei­terhin war der Aus­blick auf Unter­stützung durch das Grün­dersti­pendium eine stück­weite Absi­cherung, die uns mitt­ler­weile Halt gibt. Damit bleibt für uns auch die Anbindung an die Uni erhalten.

Eine weitere Her­aus­for­derung stellen bis heute recht­liche und admi­nis­trative Auf­gaben dar – eben Bereiche außerhalb unserer Kern­kom­pe­tenzen, die jedoch zu jeder Gründung gehören. Es gibt immer noch Infor­ma­tionen, die neu sind, in die man sich dann mög­lichst schnell ein­ar­beiten muss, um sie zu koor­di­nieren. In diesem Bereich haben wir schon viel geschafft und dazu­ge­lernt. Dennoch eröffnen sich jeden Tag neue Aufgaben.

Die dritte Her­aus­for­derung betrifft unsere Arbeit als Team. Es war bei uns von Anfang an üblich, Ent­schei­dungen gemeinsam zu treffen. Dafür wurde viel und lange dis­ku­tiert, bis eine Ent­scheidung gefällt werden konnte – leider zu Lasten unserer Pro­duk­ti­vität. Ver­bes­se­rungen konnten wir zum einen durch die Ver­wendung einer Pro­jekt­ma­nagement-Software erreichen, zum anderen  beschleu­nigen wir unsere Ent­schei­dungs­fin­dungs­pro­zesse bewusst und kontinuierlich.

 

Was macht Euch besonders stolz bzw. was waren Eure bis­he­rigen Erfolge?arundo-app.de (mit text, blau)

Unser Sieg beim Exist-PriME-Cup war ein toller Erfolg. Dieses Wirt­schafts­plan­spiel baute sich über mehrere Stufen auf, wobei mehr als 3000 Teil­nehmer in stra­te­gi­schem Management und Unter­neh­mens­prä­sen­tation gegen­ein­ander antraten. Unsere Kon­kurrenz kam aus teil­weise wirt­schaftlich aus­ge­rich­teten Eli­te­uni­ver­si­täten aus ganz Deutschland. Dennoch hat sich unser Team durchgesetzt.

Auf jeden Fall sind wir stolz, dass wir uns für das Grün­dersti­pendium qua­li­fi­ziert haben. Nach einem langen Bewer­bungs­prozess freuen wir uns nun umso mehr über diese Unter­stützung. Besonders cool finden wir unser neues Büro, das sich in der Uni befindet.

Wir erachten es auch schon als Leistung, bisher alles gut unter einen Hut bekommen zu haben: die Arbeit im eigenen Unter­nehmen, die letzten Prü­fungen in der Uni, Sport und Pri­vat­leben. Na gut, letz­teres musste schon manchmal hin­tenan stehen.

 

Gab es Tage, an denen Ihr nicht sicher gewesen seid, wie und ob es wei­ter­gehen soll? Wenn ja: wie habt Ihr diese Hürden bewältigt?

Solche Tage haben wir bisher eher vor unserer Ent­scheidung zur Fir­men­gründung erlebt. Gerade am Anfang gibt es viele Variablen, die unsicher sind. Da hilft es nur sich mög­lichst gut zu infor­mieren und dann ins immer noch kalte Wasser zu springen. Nach der Gründung war eine Zeit des Bangens, das Warten auf den Bescheid über das Exist-Grün­dersti­pendium. Uns war noch nicht klar, wie es sonst finan­ziell wei­ter­gehen soll – aber es hat ja zum Glück geklappt.

 

Welche Erfah­rungen möchtet Ihr an andere wei­ter­geben, die jetzt vor der Ent­scheidung zur Selb­stän­digkeit stehen?

Das „Geheim­rezept“ ist ganz einfach riesen Spaß und Begeis­terung für die Sache zu haben. Eine Selb­stän­digkeit ist mit viel Zeit- und Arbeits­aufwand ver­bunden und man muss bereit sein etwas dafür zu inves­tieren. Die Begeis­terung lässt einen weiter machen und nicht so schnell auf­geben. Dann ist da noch die Tat­sache, nicht auf sich allein gestellt zu sein. Im Team, am besten zusammen mit Freunden, kann man die schönen Momente teilen und die schwie­rigen zusammen durchstehen.

 

Ihr habt beim zweiten grün­derCAMP von dresden|exists teil­ge­nommen. Welche Erfah­rungen habt Ihr damit gemacht?

Defi­nitiv gute Erfah­rungen! Wir konnten so Gleich­ge­sinnten begegnen und uns aus­tau­schen. Inhaltlich haben wir einen guten all­ge­meinen Über­blick zu Grün­dungs­in­halten bekommen. Vor allem hat uns aber das Prä­sen­ta­ti­ons­training vor­an­ge­bracht: der Blick anderer Gründer ist viel kri­ti­scher als der eigene, man wird genauer geprüft. Das war sehr hilf­reich und so konnten wir einiges lernen.

 

Was ist Eure Zukunfts­vision bzw. was möchtet Ihr in den nächsten 5 Jahren erreichen?

Mobi­lität ist einer der wich­tigsten Aspekte in unserer heu­tigen Gesell­schaft. Unser Ziel ist es in diesem Bereich das Lernen und Arbeiten um weitere Schritte vor­an­zu­bringen. Wei­terhin soll unser Unter­nehmen in den nächsten Jahren so gut laufen, dass wir ohne Bedenken unser Studium neben der Arbeit fort­setzen können. Dafür wollen wir unsere App Arundo stark am Markt posi­tio­nieren und sie zu einer der erfolg­reichsten Pro­duk­ti­vitäts-Apps in Deutschland machen. Auf­bauend auf diesem ange­strebten Erfolg wollen wir uns stetig wei­ter­ent­wi­ckeln und gesund wachsen, sodass wir in ein paar Jahren 10–20 Mit­ar­beiter in unserem Unter­nehmen halten können.

Weitere Infor­ma­tionen zu Arundo auf:  http://www.arundo-app.com

 

 

 

 

 

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