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Akti­onstage Unter­neh­mens­nach­folge: Es könnte so einfach sein…

Prof. Sta­nislav Tobias erklärte im Rahmen der Eröff­nungs­ver­an­staltung welche Punkte bei der Übergabe wichtig sind *

Vor etwas mehr als 20 Jahren suchten nach dem Zusam­men­bruch vieler Betriebe in Ost­deutschland viele Men­schen nach neuen Beschäf­ti­gungs­mög­lich­keiten und grün­deten ein eigenes Unter­nehmen. Die einen waren froh, endlich eigene Ideen in recht­licher Selbst­stän­digkeit ver­wirk­lichen zu können, für andere wie­derum war es eine Mög­lichkeit, der dro­henden Arbeits­lo­sigkeit zu ent­gehen und trotzdem in der Heimat zu bleiben. Heute stehen viele der dama­ligen Gründer kurz vor der Rente und damit vor der Her­aus­for­derung der Nachfolge.

Sein Lebenswerk nach vielen Jahren zu über­geben ist ein Schritt, der vielen Unter­nehmern nicht leicht fällt. So gilt es sein „Baby“ in gute Hände zu über­geben um das, was auf­gebaut und durch gute sowie schlechte Jahre navi­giert wurde, wei­ter­zu­führen. Das betrifft nicht nur das „recht­liche Kon­strukt“ Unter­nehmen mit dem Produkt oder der Dienst­leistung, sondern auch die Mit­ar­beiter, Lie­fe­ranten und Kunden, die dem Unter­nehmen erst Leben einhauchen.

Neben der unter­neh­me­ri­schen Ebene ist auch die die volks­wirt­schaft­liche Bedeutung der Unter­neh­mens­nach­folge zu betrachten. Eine gere­gelte, gezielte und struk­tu­rierte Unter­stützung bei der Unter­neh­mens­nach­folge ist wichtig, da nicht nur das Know-How, Arbeits­plätze und Umsätze eines Unter­nehmens in Gefahr sind, sondern in den nächsten Jahren mehrere Tausend Unter­nehmen in Sachsen vor der Her­aus­for­derung Unter­neh­mens­nach­folge stehen. Wo Her­aus­for­de­rungen sind, gibt es auch Chancen. So ist die Unter­neh­mens­nach­folge zum einen ein Instrument zur Gewinnung von qua­li­fi­zierten Fach­kräften als Unter­neh­mens­nach­folger und durch sinn­volle Fusionen/Übernahmen ent­stehen für die Zukunft schlag­kräf­tigere säch­sische Unternehmen.

Was gestaltet sich aber so schwierig, dass es einer ganzen Woche mit ver­schie­denen Ver­an­stal­tungen und Bera­tungs­an­ge­boten Bedarf, um in Sachsen den Fokus auf die Unter­neh­mens­nach­folge zu lenken? Mit dem Säch­si­schen Mei­len­stein der Bürg­schaftsbank Sachsen geht gar ein Wett­bewerb für erfolg­reiche Nach­folgen in die dritte Runde. Im Grunde könnte es doch so einfach sein! Ist erst einmal ein Inter­essent gefunden, so muss doch eigentlich nur noch der „Schlüssel“ für die Ein­gangstür des Unter­nehmens gegen den Koffer mit Geld getauscht werden und jeder geht dar­aufhin seiner Wege. Mit diesen Worten leitete Prof. Tobias, von der Kanzlei TOBIAS Rechts­an­wälte Dresden, seinen Vortrag bei der Eröff­nungs­ver­an­staltung der säch­si­schen Akti­onstage zur Unter­neh­mens­nach­folge am 13.05.2013 ein. Der Titel „Recht­liche Fall­stricke früh­zeitig ent­schärfen“ deutete bereit vorab an, dass es nicht so einfach ist. Von der wich­tigen Ein­stiegs­frage einer jeden Unter­neh­mens­nach­folge „Was soll den eigentlich genau über­geben werden?“ über die Frage „Welche Art der Übergabe wird ange­strebt – z.B. Verkauf oder Schenkung?“ und „Wann soll über­geben werden?“ bis hin zur Klärung der Frage „Wer haftet für welche Ereig­nisse nach der Übergabe?“ wurden die wich­tigsten Punkte angesprochen.

Fazit der Aus­füh­rungen von Prof. Tobias und auch der anschlie­ßenden Podi­ums­dis­kussion mit erfolg­reichen Über­nehmern ist, dass jede Unter­neh­mens­nach­folge indi­vi­duell anzu­gehen ist. In den meisten Fällen ist es sinnvoll, gute Berater in den Prozess ein­zu­binden. Wei­terhin ist ein erster Schritt für eine erfolg­reiche Unter­neh­mens­nach­folge eine funk­tio­nie­rende Not­fall­planung. Denn nur so ist es gewähr­leistet, dass das Über­leben des Unter­nehmens, ob auf­grund des kurz­fris­tigen oder dau­er­haften Aus­falls des Unter­nehmers, bis zu einer end­gül­tigen Lösung gesi­chert ist. Eine Not­fall­planung sollte jeder Unter­nehmer haben, auch Nach­folger, die gerade erst ein Unter­nehmen über­nommen haben.

Um es zusam­men­fassend mit der Worten der Fan­tas­ti­schen Vier zu sagen: „Es könnte alles so einfach sein, ist es aber nicht.“ Das Netzwerk FOLGERICHTIG, bestehend aus dresden|exists, der Industrie- und Han­dels­kammer Dresden, der Hand­werks­kammer Dresden und der Ost­säch­si­schen Spar­kasse Dresden unter­stützt Sie daher auf dem Weg zu einer erfolg­reichen Übergabe/Übernahme. Ein wich­tiger Bau­stein des Netz­werkes ist die Qua­li­fi­zierung der Nach­folger im Rahmen des Inten­siv­se­minars zur Unter­neh­mens­nach­folge. Neben den hier bereits ange­deu­teten recht­lichen Aspekten der Unter­neh­mens­nach­folge werden die wei­teren Schwer­punkte Emo­tionen, Finan­zierung, Ansätze zur Kauf­preis­er­mittlung und die Unter­neh­mens­planung besprochen. Das nächste Seminar findet am 31.05. und 01.06. statt.

 

Eröffnung der Akti­onstage Unter­neh­mens­nach­folge am 13. Mai in der Börse Dresden *
Sach­senweit fanden vom 13.–17. Mai Info­ver­an­stal­tungen, Seminare und Sprechtage statt *

*Fotos: Frank Grätz

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