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Social Net­works – Sinn­volles Instrument zur Kun­den­ge­winnung und Personalakquise?

Oreo Tweet beim Super Bowl
Schnell und kreativ: Oreo Tweet beim Super Bowl

Der Super Bowl, das Finale der ame­ri­ka­ni­schen Football Pro­filiga, ist nicht nur das wich­tigste Sport­er­eignis in den USA, sondern auch ein Wett­kampf der großen Mar­keting-Abtei­lungen. Die Firma Oreo hat aller­dings nicht mit ihrem ca. 4 Mil­lionen Dollar teuren Wer­bespot für Auf­regung gesorgt, sondern ad-hoc über Twitter. Während eines Strom­aus­falls im Stadion reagierte der Keks­her­steller blitz­schnell und meldete: „Getunkt werden kann auch im Dunkeln“ und erreichte damit ca. 16.000 Ret­weets. (Zur Erklärung: Oreo-Kekse werden oft vor dem Essen in Milch getaucht und das geht auch im Dunkeln.) Mit Krea­ti­vität und dem rich­tigen Timing ist dieser Tweet ist ein gutes Bei­spiel dafür, wie Unter­nehmen soziale Netz­werke für sich nutzen können.

Dass Twitter, facebook & Co. nicht nur positive Effekte bewirken, zeigen soge­nannte Shit­s­torms. Ob Dell, die Deutsche Bahn oder Vodafone – alle wurden bereits durch eine solche Welle har­scher Kritik getroffen. Wie ein junges Unter­nehmen am besten auf einen Shit­storm reagiert und viele weitere Fragen rund um das Thema Soziale Netz­werke beant­wortete Social Media Experte Alex­ander Hesse beim Grün­der­treff im März.

Das Internet hat die Kom­mu­ni­ka­tions- und Ver­triebswege der Unter­nehmen viel­schich­tiger gemacht. Nach­richten im Sekun­dentakt, Trans­parenz und Ver­netzung ver­ändern die Wahr­nehmung von Pro­dukten und Marken. Ent­schei­dungswege und ‑kri­terien ver­knüpfen sich zu einem Bündel von Infor­ma­tionen – jederzeit abrufbar und kom­men­tierbar. Mit stei­genden Nut­zer­zahlen haben auch die Unter­nehmen die Mög­lich­keiten der sozialen Netz­werke für sich ent­deckt. Doch viele stellen sich die Frage: Lohnt sich das Ganze? Laut einer Facebook-Studie pro­fi­tieren 86% der deut­schen Mit­tel­ständler von ihrem Facebook-Auf­tritt. Aber wie kann ich den Erfolg meines Auf­tritts messen? Konkret aus­ge­drückt: Kann ich mehr Umsatz gene­rieren? Steigt dadurch meine Kun­denzahl oder lassen sich  neue Mit­ar­beiter akquirieren?

Auch wenn das Internet Medium Nummer 1 ist, zieht nicht jeder „Like“ oder „Comment“ einen Kauf nach sich. Reich­weiten- und Mul­ti­pli­ka­to­ren­ef­fekte steigern jedoch den Bekannt­heitsgrad und können das Image positiv beein­flussen. Damit das gelingt, muss für den Kunden ein Mehrwert geschaffen werden; bei­spiels­weise durch Gewinn­spiele, lustige Spots oder nütz­liche Infor­ma­tionen zum Produkt. So ent­stehen virale Effekte, die sich indirekt auch auf den Umsatz aus­wirken können. Im Gegensatz zu den USA, wo Käufe bereits direkt über Facebook abge­wi­ckelt werden können, ist die Hemm­schwelle in Deutschland dafür derzeit zu hoch.

Alex­ander Hesse: “Seien Sie kreativ und authentisch!”

Neben der Kom­mu­ni­kation vom Unter­nehmen zum Kunden können Social Net­works auch zur internen Kom­mu­ni­kation und zum Wis­sens­ma­nagement genutzt werden. Je mehr Mit­ar­beiter das Unter­nehmen hat und je weiter diese von­ein­ander ent­fernt arbeiten, desto größer sind die posi­tiven Effekte. Vor­reiter war hier das IT-Unter­nehmen IBM, welches mit seinem Netzwerk „Blue Pages“ die Arbeitszeit der Mit­ar­beiter deutlich effi­zi­enter gestalten konnte.

Ein neuer Trend ent­wi­ckelt sich auch in der Per­so­nal­ge­winnung. Unter den Begriffen „Social Media Recruiting“ oder “Social Employer Branding“ ver­suchen Unter­nehmen ihren Bekannt­heitsgrad zu erhöhen und „High Poten­tials“ von den eigenen Vor­zügen zu unterrichten.

Auch wenn kleine und mittlere Unter­nehmen in der großen Anzahl an Kon­kur­renten drohen unter­zu­gehen, ganz ohne Präsenz in Sozialen Netz­werken geht es für Unter­nehmen heute nicht mehr, meint Alex­ander Hesse. Wichtig sei es, für Kunden und poten­tielle Mit­ar­beiter sichtbar zu sein. Das muss nicht zwingend bei Facebook sein, auch Netz­werke wie Lin­kedIn, XING oder fach­spe­zi­fische Foren können Unter­nehmen viele Vor­teile bieten.

Ein Unter­nehmens-Account in einem sozialen Netzwerk ist aller­dings kein Selbst­läufer. Der erste Schritt sollte daher ein umfas­sendes Moni­toring sein. Wo und was wird über mich gesprochen? Bilden sich neue Trends? Aus diesen Beob­ach­tungen sollte man dann kon­krete Ziele und geeignete Maß­nahmen für seine Social Media Akti­vi­täten ableiten. Diese in die Unter­neh­mens­kom­mu­ni­kation und ‑kultur zu inte­grieren ist mit viel­fäl­tigen Ansprüchen an das Wissen der Inter­net­kultur ver­bunden. Alex­ander Hesse gab dazu im Rahmen des Grün­der­treffs einige nütz­liche Tipps:

  • Tell Stories: Kunden inter­es­sieren sich für Stra­tegien und Mis­sionen eines Unter­nehmens. Jedoch nicht in Form von Wer­be­bot­schaften, sondern als per­sön­liche Geschichte verpackt.
  • Qua­lität schlägt Quan­tität. Profile in sozialen Netz­werken müssen gepflegt werden, erfordern Zeit und Krea­ti­vität. Weniger kann daher manchmal mehr sein.
  • Be social: Bei­träge müssen authen­tisch sein. Nutzer erwarten Erfah­rungen, Erleb­nisse und Gefühle.
  • Be creativ
  • Den Auf­tritt in sozialen Netz­werken bezahlen wir mit Daten. Daher gehört zu der Stra­te­gie­ent­wicklung auch eine Über­legung, welche Infor­ma­tionen preis­ge­geben werden sollen.
  • Kunden nehmen sich Zeit im Internet. Bei­träge auf Facebook & Co. können als Verweis auf detail­lierte Blog­ein­träge dienen.
  • Keine Angst vor Kritik und niemals negative Kritik löschen. Nutzen Sie diese als Chance, um offensiv zu reagieren. Oft  unter­stützen auch „Fans“ das Unter­nehmen als glaub­würdige Für­sprecher und lösen das Problem von ganz allein.
  • Wem das nicht genug ist, dem bietet das „Clue Train Manifest“ einen guten  Ein­blick in die moderne Unternehmenskommunikation.

 

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