Business-Knigge: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance

Nicht einmal sieben Sekunden benötigt der Mensch, um sein Gegenüber anhand seines äußeren Erscheinungsbildes einzuschätzen.  Diese sieben Sekunden entscheiden maßgeblich über Sympathie oder Antipathie und bestimmen damit auch über Erfolg oder Misserfolg eines Zusammentreffens. Daneben vermittelt ein erster positiver Eindruck Kompetenz, schafft Vertrauen und Glaubwürdigkeit, wohingegen das Gegenteil eine negative Grundstimmung verursacht, welche sich unmittelbar auf den weiteren Gesprächsverlauf überträgt.

Jana Silberbach von der „Silberbach Imageberatung“ sprach  zum Gründertreff über das Thema „Business-Knigge: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance“ und gab wichtige Tipps und Empfehlungen für die Zuhörer:

Der erste Eindruck geschieht unbewusst und ist laut einer Studie von Prof. Albert Mehrabian zu 93% vom Auftreten und Verhalten abhängig. Lediglich die verbleibenden 7% erschließen sich durch den Inhalt der Kommunikation. Wir stecken unseren Gesprächspartner also ersteimal mithilfe vorgefertigter Meinungen, Erfahrungen und Stereotypen in eine Schublade, bevor wir ihn genauer kennenlernen und analysieren.

Die Determinanten

Frau Jana Silberbach zeigte, wie unterschiedlich Farben wirken können

Frau Jana Silberbach zeigte, wie unterschiedlich Farben wirken können

Auftreten: Kleidung und Aussehen

Nicht unser Wissen oder unsere Fähigkeiten dienen unserem Gegenüber dazu uns einzuschätzen, sondern unsere Kleidung. Von der Wahl unserer Kleider geht eine Art Signalwirkung aus, welche indirekt unsere Wertschätzung gegenüber des Anlasses bzw. der Person ausdrückt. So ist bei dem Griff in  den Kleiderschrank Folgendes zu beachten:

  • Die Farben sollten den Typ optimal unterstreichen
  • Beachtung der Körperproportionen und des eigenen Typs
  • Wahl der passenden Muster, Schnitte, Form, Accessoires
  • Berücksichtigung des Dress Codes

Neben der Kleidung kann auch das Aussehen Indikator dafür sein, ob man seine Arbeit ernst und gewissenhaft nachgeht oder oberflächlich, undiszipliniert oder gar gleichgültig. Gepflegte Haare, Nägel, Haut, ein dezentes Parfum sowie ein Tages-Make-up bei den Damen, geputzte Schuhe ohne abgelaufene Absätze und eine knitterfreie Kleidung bilden die Grundvoraussetzung eines gelungenen ersten Auftritts.

Verhalten: Körpersprache und Umgangsformen

Unser Körper kommuniziert ständig, ob verbal mittels unserer Sprache oder non-verbal mittels unserer Körperhaltung, unserer Mimik oder Gestik. Dabei  wirkt sich unser Handeln nicht nur auf unseren Gegenüber aus, sondern auch auf unsere eigene Einstellung. Neben den NO-GOS wie „verschränkte Arme“ oder „Händen in den Hosentaschen“ ist abzuraten von:

  • Überzogener Mimik, denn sie erzeugt den Eindruck von Unehrlichkeit und Übertreibung
  • Starren anstatt eines angemessenen Blickkontakts
  • Krummer Körperhaltung
  • Unterschreitung der Distanzzone(50-150 cm)

Wichtig ist es, authentisch zu wirken und das Gesagte mithilfe seiner Körpersprache zu unterstreichen. Ein angebrachtes Lächeln, ein fester Händedruck sowie eine fröhliche Grundhaltung wirken sich stets positiv auf den Gesamteindruck aus.

Aber nicht nur unser Äußeres wirkt sich auf den ersten Eindruck aus, sondern auch unser Handeln. Höflichkeit in all ihren Facetten macht eine Gesprächssituation nicht nur angenehmer, sondern vermittelt auch eine sichere Atmosphäre. So sind beispielhaft folgende Small-Talk Regeln zu berücksichtigen:

  • Es grüßt derjenige, der den Raum betritt – unabhängig vom Geschlecht – zuerst den Ranghöchsten
  • Antwortgelegenheiten lassen
  • Kurze Sätze oder einsilbige Wörter sind ein Zeichen von Desinteresse
  • Kritische Themen wie Religionen, Politik, Finanzen etc. sollten vermieden werden
  • Verwendung eines angemessenen, natürlichen Gesprächsstils
  • Vermeidung negativer Ausdrucksweisen
  • Feedback durch Nicken oder Lächeln geben
  • Körperliche Distanz wahren
  • Nach Gemeinsamkeiten suchen und ansprechen

Der Small-Talk muss nicht inhaltsvoll und intensiv geführt werden, vielmehr ist er als „Türöffner“  für tiefergreifende Themen anzusehen.

Wie auch beim Kennenlernen gilt auch bei der Verabschiedung: Der letzte Eindruck zählt!

Hierbei ist es besonders wichtig, nicht in Hektik zu verfallen und sich Zeit für einen festen Händedruck und respektvollen Abschiedsgruß zu nehmen.

Der nächste Gründertreff findet am 28.08.2012 zum Thema: „Relevante Steuern für Gründer – Ein Überblick“ statt.

 

 

 

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3 Antworten auf Business-Knigge: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance

  1. Pit Garbe sagt:

    Oberflächlichkeiten werden leider immer noch deutlich zu groß geschrieben. Wie kann es sein, dass man lieber auf Mode (Schnitt, Farbe, Accessoires?!) und Parfum achten soll, statt sich um die echten Probleme zu kümmern und einfach über diesen Dingen zu stehen? So eine Kleinkariertheit.

    Die Punkte zum Smalltalk sind schön und gut, aber auch Smalltalk sollte langsam mal eingemottet werden. Mehr Direktheit und weniger Geschmeichel.

    Wer jedenfalls seine Geschäftspartner anhand derartiger Kriterien abstempelt, wird im Gegenzug von mir ebenso in eine Schublade gesteckt. In die der „Blender“.

  2. Mandy sagt:

    Also den Aussagen von Pit Garbe kann ich echt nichts mehr hinzufügen. Ich gebe ihm vollkommen recht wenn er sagt das nur auf Oberflächlichkeiten zuerst geguckt wird. Es ist wirklich schlimm. Woher will der Geschäftsführer z. B. wissen ob es der Bewerber der total aufgedonnert und mit tollen Zensuren zum Gespräch kommt es auch wirklich ehrlich meint oder ob sich nicht vielleicht hinter der Fassade um einen gnadenlosen Hochstapler handelt.

  3. Pingback:Prozesse bewerten, nicht Personen | Sebastian Schneider

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