Gründerportrait #77: Von der Leidenschaft für SEA, SEO und Social Media

Online-Marketing ist ihre Leidenschaft! Drei Freunde, mit unterschiedlichen Backgrounds (Abschlüsse in BWL, Medienkommunikation und Soziologie), die sich über den Job kennengelernt haben, starten seit letzen Jahr mit ihrer eigenen Agentur durch. Wir haben mit Steve Lohse über die Motivation für onFire digital und die ersten Monate nach der Gründung gesprochen.

 

Was ist der Inhalt eurer Selbstständigkeit?

OnFire digital ist eine Online Marketing Agentur für Suchmaschinenoptimierung (SEO), Suchmaschinenwerbung (SEA) und Social Media. Unser Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Beratung und Betreuung von Startups und jungen Unternehmen. Kurz gesagt: Wir sorgen dafür, dass Unternehmen im Netz sichtbar und erfolgreich aufgestellt sind.

OnFire digital - v.l. Steve Stockmeier, Jens Piesker, Steve Lohse Quelle: OnFire digital

Das Gründerteam (v.l.): Steve Stockmeier, Jens Piesker, Steve Lohse (Foto: onFire digital)

Wann habt ihr die Entscheidung zur Gründung getroffen?

Wir sind alle etwa zur gleichen Zeit in der Branche gestartet und haben über die Jahre bei diversen Agenturen und Onlineshops unsere Erfahrungen gesammelt. Zudem sind wir auch privat seit vielen Jahren befreundet und hatten zuletzt sogar in der gleichen Firma gearbeitet.

Erste konkrete Überlegungen gemeinsam ein Unternehmen zu gründen, hatten wir Anfang 2018. Dieser Weg hat sich für uns als der nächste logische Schritt angefühlt, weil bei uns die Unzufriedenheit mit unserem alten Arbeitgeber immer weiter wuchs und wir das Gefühl hatten, dass wir auch bei anderen Arbeitgebern nicht langfristig berufliche Erfüllung finden werden.

Aufgrund glücklicher Umstände hat es dann im Sommer 2018 für alle gepasst und wir konnten mit onFire digital starten. Die Tatsache, dass wir zu dem Zeitpunkt alle bereits seit Jahren im Rahmen unserer Nebengewerbe erste unternehmerische Erfahrungen und Erfolge verbuchen konnten, hat sicherlich auch die Entscheidung begünstigt.

 

Was macht das Gründen im Vergleich zu einer Anstellung für euch besonders?

Rückblickend gesehen, setzt man sich als Arbeitnehmer schon gewissermaßen in ein gemachtes Nest. Als Selbstständiger verlässt man diese “Wohlfühlzone” und muss sich plötzlich wohl oder übel mit weniger glamourösen Dingen wie Gesellschaftsverträgen, Mediahaftpflichtversicherungen und Umsatzsteuervoranmeldungen herumschlagen.

Es mag wie eine Floskel klingen, aber für uns ist das nur ein kleiner Preis für die Möglichkeit, sich selber beruflich zu verwirklichen und keinen Chef mehr über sich zu haben.

 

Wie sieht ein üblicher Arbeitstag bei euch aus?

An einem normalen Arbeitstag arbeiten die beiden Steves aktiv an der Optimierung von Kundenwebseiten. Konkret bedeutet das zum Beispiel die Erstellung von Keywordrecherchen, die Beseitigung von technischen Fehlern und die Auswertung von Werbekampagnen bei Google Ads.

Als Verantwortlicher für Sales und Social Media ist Jens hingegen die meiste Zeit im Büro mit dem Hörer in der Hand anzutreffen oder er kümmert sich um frischen Content für Instagram und Facebook. Oftmals ist er aber auch unterwegs und trifft sich mit potenziellen Neukunden oder hält Workshops für Unternehmen ab.

Neben organisatorischen Dingen nimmt auch das Thema Weiterbildung bei uns viel Zeit und Ressourcen in Anspruch. Schließlich ist die Welt des Onlinemarketing sehr dynamisch und wer sich nicht ständig über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufenden hält läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren.

Vielleicht noch wichtig an der Stelle: Unsere Arbeitszeiten. Unsere inneren Uhren ticken sehr unterschiedlich. Es ist daher eher die Ausnahme, dass wir alle zur gleichen Zeit am Morgen ins Büro kommen oder uns gemeinsam in den Feierabend verabschieden. Homeoffice wird bei uns gerne in Anspruch genommen – gerade wenn Arbeiten anstehen, für die man im “Tunnel” sein muss. In unserer Branche spielt physische Anwesenheit zum Glück eine eher untergeordnete Rolle. Zur Abstimmung reicht in den meisten Fällen auch Telefon, Mail oder unser interner Chat.

Analysieren, Monitoren und Optimieren - ein typischer Arbeitstag bei OnFire digital Quelle: OnFire digital

Analysieren, Monitoren und Optimieren – ein typischer Arbeitstag bei OnFire digital (Foto: OnFire digital)

Was waren bisher die größten Herausforderungen auf dem Weg in die Selbstständigkeit? Und wie habt ihr diese gemeistert?

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist in unserer Branche aus Arbeitnehmersicht gerade sehr positiv. Gefühlt jede Onlinemarketing-Agentur sucht aktuell Personal. Wir hatten dadurch in der Vorgründungsphase durchaus noch andere interessante berufliche Optionen auf dem Tisch liegen. Eine große Herausforderung war es also für uns, in Sachen Gründung Nägel mit Köpfen zu machen, damit sich nicht einer von uns auf der Zielgeraden noch den Kopf  verdrehen lässt von einem lukrativen Jobangebot.

Wir haben festgestellt, dass die größten Herausforderungen oftmals diejenigen sind, mit denen man im Leben nicht gerechnet hat. So hätten wir im Vorfeld niemals gedacht, dass die Namensfindung mit so vielen Fallstricken verbunden ist.

 

Wie haben Euch die HTW Gründungsschmiede und das Netzwerk von dresden|exists bisher auf Eurem Weg geholfen?

Nur einer in unserem Team – Steve Lohse – hat sein Studium bei der HTW Dresden abgeschlossen. Und das lag zum Zeitpunkt der Gründung auch schon fünf Jahre zurück. So lange hatte Steve auch keinen Kontakt mehr zur HTW und deren Gründungsschmiede. Als wir dann im Sommer mit unserem Vorhaben an die HTW Gründungsschmiede herangetreten sind, hatten wir deshalb nicht die größten Erwartungen. Überraschenderweise war die HTW Gründungsschmiede aber sofort “on Fire” für uns und wir konnten schnell und unkompliziert ein Büro auf der Andreas-Schubert-Straße beziehen. Die Bereitstellung der Räumlichkeiten und der HTW-Infrastruktur hat uns sehr geholfen. Besonders mit einem schnellen Internet steht und fällt in unserer Branche alles und das ist bei der HTW gegeben. Auch die zentrale Lage der Gründungsschmiede ist für uns und unsere Kunden ein großer Vorteil.

Sehr dankbar sind wir auch für die wertvollen Kontakte zu potenziellen Neukunden und die räumliche Nähe zu anderen Gründerteams. Schon nach kurzer Zeit konnten wir dadurch zum Beispiel die grünerdüngen GmbH mit ihrem Produkt KleePura als Kunden gewinnen.

 

Was macht Euch besonders stolz bzw. was war Euer bisher größter Erfolg?

Es liegt in der Natur der Sache, dass frisch gegründete Agenturen wie wir noch keine Referenzen aufweisen können. Da wir erst sehr spät mit unserer eigenen Webseite online gegangen sind, waren wir die ersten Monate völlig unsichtbar im Netz, was vielleicht nicht gerade vertrauenserweckend für potenzielle Neukunden war. Dennoch konnten wir uns von Anfang an, nicht über fehlende Aufträge beklagen. Hierbei hat uns Mundpropaganda und vor allem das Networking und die Kontakte von Jens in die Hände gespielt.

Darüber hinaus freuen wir uns, dass sich viele unserer Kunden das Thema Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben haben.

 

Welche Erfahrungen oder Tipps möchtet ihr anderen Gründern mit auf den Weg geben?

Auch wenn Ihr gut gestartet seid: Übt euch in der Anfangszeit in Bescheidenheit und tretet nicht großspurig auf. Der Wind kann sich auch schnell wieder drehen und das stattliche Geschäftsführergehalt und das tolle Büro am Altmarkt wird dann schnell zum Boomerang. Versucht niemals etwas darzustellen, was Ihr nicht seid. Früher oder später merken Kunden, dass die vollmundigen Ansagen aus dem Kickoff-Meeting doch nur heiße Luft waren. Im Gegensatz zu anderen Agenturen würden wir zum Beispiel niemals versprechen, dass wir mit einem bestimmten Keyword in der Google-Suche den ersten Platz erreichen oder in einem bestimmten Zeitraum den Umsatz eines Onlineshops verdoppeln. Solche Aussagen sind einfach nicht seriös und fallen einen zwangsläufig irgendwann auf die Füße. Genauso wenig würden wir Aufträge annehmen, die wir eigentlich gar nicht stemmen können, weil uns die Manpower oder die Expertise fehlt. Auch wenn es schmerzt: Man muss auch Nein sagen können.

Ansonsten sind wir froh darüber, im Team gegründet zu haben. Für uns macht es keinen Sinn, dass jeder Gründer in allen Prozessen aktiv eingebunden ist. Wir finden, dass es viel effektiver ist, dass jeder den Bereich abdeckt, in dem er gut ist und ihm Spaß macht.

Wir waren auch von Anfang an offen für externe Hilfe. Im gesamten Gründungsprozess wurden wir von einem Unternehmensberater unterstützt. Mit Beginn unserer Geschäftstätigkeit haben wir unsere Buchhaltung an ein Steuerbüro ausgelagert, dass genau so digital denkt wie wir.

 

Wo seht Ihr Euer Unternehmen in der Zukunft (in 5 Jahren)?

Ganz klar: Wir wollen wachsen – aber nicht um jeden Preis. Es wäre schön, wenn wir uns intern so strukturieren, dass jeder von uns in den nächsten 5 Jahren für ein kleines Team zuständig ist. Ideal wäre es, wenn wir bis dahin überwiegend Kunden betreuen, mit denen wir über die Jahre gemeinsam gewachsen sind und dadurch ein enges Vertrauensverhältnis aufgebaut haben. Wir können uns auch gut vorstellen, neben dem reinen Agenturgeschäft mit Kundenprojekten noch ein zweites oder drittes Standbein zu haben. Am Liebsten natürlich zu einem Thema, zu dem wir Berührungspunkte haben und das zukunftsträchtig ist.

Mehr Informationen zu onFire digital findet ihr auf der Website und auf der Facebook-Seite.

 

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