Gründerportrait #12: Tourschall – Audioguide-Anwendungen auf Smartphones

Tourschall ist eine Ausgründung der Informatik-Fakultät der TU Dresden. Wie das junge Start-up auf die Idee gekommen ist, ein System für Audioguide-Anwendungen zu entwickeln und welchen Weg das Team – auch mit der aktuell zugesprochenen SEED-Finanzierung – nun einschlägt, erfahrt Ihr im Interview.

Was ist der Inhalt Eurer Selbstständigkeit?
Wir, Tourschall, entwickeln ein System für Audioguide-Anwendungen auf Smartphones. Dabei stellen wir unseren Kunden ein selbstentwickeltes Autorenwerkzeug zur Verfügung, mit dessen Hilfe sie ihre eigene Tour erstellen und diese mit Textinhalten, Bildern und Audiokommentaren versehen können. Die App wird dann automatisch durch unser System erstellt und fertig ist die interaktive Stadtführung. Unsere Anwendungen sind kompatibel für iPhone, Android und Nokia Geräte.

Wie und wann kam Euch die Idee dazu?
Die Idee entstand bei den Vorbereitungen zu einem Kurztrip nach Barcelona. Das Durcharbeiten eines dicken Reiseführers für einen Kurztrip dauert schon fast länger als die Reise selbst. Uns schwebte etwas Einfacheres und Komfortableres vor, das man rausholt, sobald man in der Stadt angekommen ist: eine App die einem alles erklärt und lästiges Suchen auf der Karte erspart.

Wann habt ihr die Entscheidung zur Gründung getroffen?
Wir haben viel darüber nachgedacht, wohin der Weg konkret führen soll und standen in regem Austausch mit Prof. Schill, Professor für Rechnernetze an der TU Dresden. Als wir unsere Idee konkretisiert hatten und wir bei unseren Recherchen zu Fördermöglichkeiten auf das EXIST-Gründerstipendium gestoßen sind, war die Entscheidung recht schnell gefallen, dass wir dieses Projekt auf alle Fälle in Angriff nehmen wollen. Wir haben dann in Prof. Schill und in Mitarbeitern seines Lehrstuhls sehr engagierte Unterstützer für das Vorhaben gefunden, was den ganzen Ablauf erleichtert hat. Am Anfang haben wir noch darüber nachgedacht, die Inhalte auch selbst zu gestalten, aber wir haben dann recht schnell erkannt, dass darin einfach nicht unsere Kernkompetenz liegt und beschlossen, dass wir uns auf das technische Know-How konzentrieren.

Was waren die drei größten Herausforderungen auf dem Weg zur Selbstständigkeit und wie habt Ihr Sie bewältigt?
Die Namensfindung war gar nicht so einfach. Aber zurück zu den ernsten Dingen. Es ist manchmal schon kompliziert und vier verschiedene tolle Ideen auf einen Nenner zu bringen, wenn jeder leidenschaftlich für seinen Vorschlag argumentiert. Sich da zu einigen kann eine Weile dauern, aber da muss jedes Team durch. Es ist sehr wichtig rauszufinden, was jeder sich von dem Projekt erwartet und welche Visionen er diesbezüglich hat. Und als dritte Herausforderung wäre dann noch die Erstellung des Businessplanes und der Stipendienbewerbungen zu nennen. Da fließt wirklich viel Arbeit rein.

Was macht Euch besonders stolz? Was sind Eure bisherigen Erfolge?
Wir sind wirklich stolz darauf, dass wir es überhaupt bis hierher geschafft haben und jetzt kurz vor der offiziellen Gründung stehen. Wir haben alle Herausforderungen, die sich uns gestellt haben gemeistert. Wir haben ein funktionierendes Produkt entwickelt, das nötige Geld beschafft und potenzielle Kunden mit Erfolg auf uns aufmerksam gemacht. Wir haben während der ganzen Zeit super im Team zusammengearbeitet, sonst wäre das alles nicht so möglich gewesen.

Gab es Tage an denen Ihr nicht wusstet, wie es weitergehen soll? Wie seid Ihr damit umgegangen?
Das Auslaufen des EXIST -Gründerstipendiums hat uns beunruhigt, weil eine Zeit lang nicht klar war, wie es weitergehen wird, falls wir keine Anschlussförderung bekommen und ob wir noch Vollzeit an unserem Produkt weiterentwickeln können. Aber durch das Seed-Stipendium ist das nun abgesichert.

Würdet Ihr wieder gründen? Welche Erfahrungen würdet Ihr an andere weitergeben, die jetzt vor der Entscheidung zur Selbstständigkeit stehen?
Auf alle Fälle würden wir uns wieder für die Selbstständigkeit entscheiden. Bevor man diesen Weg allerdings geht, ist es sehr wichtig den Markt zu analysieren und das Marktpotenzial der Idee richtig abzuschätzen. Bei uns war das recht schwierig, da es kein vergleichbares Konzept gab, aber es ist unabdingbar, denn die beste Idee nützt nichts, wenn niemand dafür Geld bezahlen möchte. Später sollte man den Markt dann immer im Blick behalten. Besonders in unserem Bereich kann morgen ein Konkurrent auftauchen, von dem gestern noch nichts zu sehen war.

Wenn man ein Gründungsprojekt im Team in Angriff nimmt, besteht die Notwendigkeit sich die Zeit zu nehmen um Vorschläge auszudiskutieren, viele Ideen auszutauschen und herauszufinden, was jeder einzelne sich von dem Projekt erhofft.

Welche Zukunftsvisionen habt Ihr? Was möchtet Ihr in den nächsten 5 Jahren erreichen?
Momentan denken wir eher noch in Wochen. Als nächstes steht im September die Gründung unseres Unternehmens an, sodass wir dann auch endlich die bereits bestehenden Apps unserer Kunden auf den Markt bringen können. Für die weitere Zukunft sehen wir Tourschall als ein Produkt unseres Unternehmens. Wir würden uns dann später auch gerne neuen, anderen Ideen zu wenden, die wir Kunden anbieten können.

Im September stellen wir Euch eine junge Unternehmerin vor, die auf eine andere Art den Sprung in die Selbstständigkeit gemacht hat. Sie übernimmt das Unternehmen ihres Vaters.

Dieser Beitrag wurde unter Finanzierung & Förderung, Gründergeschichten, Gründerportrait abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf Gründerportrait #12: Tourschall – Audioguide-Anwendungen auf Smartphones

  1. Pingback:Das Wichtigste zu EXIST-Gründerstipendium und -Forschungstransfer – ein Rückblick zum letzten Gründertreff | Dresden exists – Blog

  2. Pingback:Gründerportrait bei dresden exists | Kodira

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *